JUNGER FILM: P
Umgangsprachlich kräftig, mit geschlossenen Lippen ausgesprochen – P

Vielleicht würde ich sagen, dass ich mich in den Kurzfilm „P“ verkuckt habe. Wortwörtlich. Ich könnt ihn mir immer wieder ansehen.

Zunächst einmal, weil ich nicht weiß, wofür P steht. Dann gerade kurz im Internet geschaut und Wikipedia hat mir weitergeholfen (wie schon häufiger und ich frage mich, ob es an der Zeit wäre, dort mal eine Spende da zu lassen oder selbst einen kleinen Artikel zu schreiben, um auch einmal jemandem weiter zu helfen) (zumal ich jetzt weiß, dass Numismatik der Fachbegriff für Münzkunde ist) (die Bedeutungen für P in den verschiedensten Themenbereichen sind toll. P könnte mein neuer Lieblingsbuchstabe werden): Der vorletzte Eintrag bezieht sich auf P in der deutschen Umgangssprache, dann aber kräftig ausgesprochen und mit geschlossenen Lippen. Eher ein Ph! was bedeutet, dass einem etwas gleichgültig ist und das könnte eine durchaus plausible Deutung des Filmtitels sein. Sagte ich schon, dass ich den absolut sehenswert finde?

Es folgt ein Versuch, das in Worte zu fassen und den Inhalt des Kurzfilms zu deuten (wo mir das mit dem Titel ja schon so gut gelungen ist). Die vorherrschenden Farben sind schwarz-grau-weiß (was im physikalischen Sinne keine Farben bzw. unbunte Farben sind), die animierte Welt spielt mit Räumen und Möglichkeiten, drinnen und draußen, zerfließen und zerspringen. Die Kamera verfolgt das Geschehen meist aus einer Zuschauer*innensicht, wechselt aber auch kurz in die Perspektive der Figur, um so hautnah bei dem Kopfsprung in die Schokocreme dabei sein zu können. Mit großen Köpfen, Kulleraugen und schlaksigen Gliedern sind die Figuren geschlechtsneutral dargestellt, was ebenfalls Raum für Interpretation lässt. Die Musik besteht aus rhythmischen Trommeln und Geigen und untermalt in einer Art Stopptanz das Geschehen und die Gefühle der Hauptdarsteller*Innen.

„P“ schafft, dass ich grinsen muss, mich mitbewegen möchte, mitfühle, mitzerfließe und mitjubeln möchte. Er beinhaltet viele komische Momente und Details. Seien es aufsteigende Blasen, raupenähnliche Fortbewegung, haarige Beine oder ein Doppelkinn. Es ist ein Film von Felicitas Knoche, Clarissa Langer und Felix Müller, die alle drei Mediendesign an der DHBW Ravensburg studieren, mit Musik von Iyobed Efrem und Philipp Diehmer.

Und es geht um die Freiheit von geschützten Räumen, um exquisite Geschmäcker, außergewöhnliche Tanzstile und um den Mut, einfach mal ph! zu sagen, ganz unabhängig von dem, was passieren könnte. Denke ich und schaue ihn mir gleich nochmal an.


Text: Greta Markfort

Dieser Film läuft in Block 2 des Wettbewerbs JUNGER FILM beim FiSH – Filmfestival im Stadthafen.

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