JUNGER FILM: A51
Sperrgebiet

Ich öffne die Augen. Grelles Licht blendet mich. Mein Blick wandert von der Decke durch den Raum. Ich sehe Röhren, Gläser, Menschen in Schutzanzügen… bin ich in einem Labor? Was mache ich hier? Niemand hat bemerkt, dass ich wach bin… also schnell, raus hier!

Von dramatischer Musik untermalt beginnt die Flucht. Durch lange Gänge ab nach draußen. Doch wirkliche Anhaltspunkte für eine Bestimmung des Aufenthaltsortes gibt es hier nicht. Nur Schnellzüge, Flughafen-Tower, riesige Hallen. Ziemlich sicher Militär. Nun wohin, um zu entkommen?

Gezeigt wird die Story aus der Ich-Perspektive. Mein erster Gedanke dazu geht in Richtung Computerspiel. In Filmen sehe ich so einen Point-of-View-Shot (wie wir Filmkritiker*innen sagen) leider viel zu selten.

Die Bilder rennen vorbei, oder eher wir vorbei an den Bildern, sind wir doch auf der Flucht vor etwas, das wir selbst noch gar nicht richtig einordnen können. Durch den schnellen Rhythmus bleibt der knapp 5 Minuten lange Kurzfilm immer spannungsgeladen. Die Soundkulisse wird hier ganz professionell als unterstützendes Werkzeug eingesetzt – pulsierende Musik, die im richtigen Moment in Ruhe- und dann wieder Sturmphasen ausbricht, laute Geräusche von den riesigen Maschinen um uns herum, Flugzeuge, die ich wahrlich an mir vorbeifliegen spüre, weil der Sound vom linken ins rechte Ohr wandert.

Die Gemeinschaftsproduktion „A51“ des Mediengestaltungskurses des Goethe-Gymnasiums Bensheim zeigt einen Animationsfilm, der sich sehen lassen kann. Aus dem Abspann wird erkenntlich, inwiefern hier zusammengearbeitet wurde – denn jede*r wird mit Namen aufgeführt und welchen Teil (oder welches Detail) er*sie zum Gesamtkunstwerk beigetragen hat. Und es sind genau diese Details, die mir beim Zuschauen so viel Spaß machen.


Spoileralert
Kenner*innen werden beim Lesen von „A51“ vielleicht gleich an das aus Verschwörungstheorien bekannte amerikanische Militär-Testgebiet Area 51 gedacht haben. Ich habe davon allerdings wenig genug mitbekommen, als dass mich das Ende des Kurzfilms und die Wendung, die dieses mit sich bringt, ein bisschen geflasht und gefreut und zum Nachdenken angeregt hat.

Gespannt freue ich mich auf weitere Projekte dieser jungen Filmemacher*innen!


Text: Lore Bellmann

Dieser Film läuft in Block 4 des Wettbewerbs JUNGER FILM beim FiSH – Filmfestival im Stadthafen.

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