JUNGER FILM: Schwein gehabt!
Inspector Bernhard auf Spurensuche!

Rasant, schmissig und einfach nur eine große Freude beim Schauen: das ist “Schwein gehabt!”. Mit viel Enthusiasmus präsentieren fünf Jugendliche eine Krimikömodie im Agentenstil. Inspector Bernhard begibt sich auf die Suche nach dem magischen Einhorn.

Eine Krimikomödie mit Charme! Darauf kann man sich bei dem Kurzfilm “Schwein gehabt!” freuen. Dieser wurde in Kooperation des UTE e.V. und Jugendfilm e.V. in Hamburg produziert. Beide Vereine wollen Kindern und Jugendlichen u.a. eine Plattform bieten, Filme jeder Art zu produzieren. Das Konzept bei diesem Werk entwickelten die fünf Filmschaffenden Gustav, Jasper, Arun, Benjamin und Mila. Im März 2020 entstand in den Frühlingsferien dieses Projekt, welches von dem Regisseur sowie Dramaturgen Klaus Weller geleitet wurde. Vergangenes Jahr erhielt das Team bereits den Hauptpreis für Jugendfilm in der Altersgruppe 13 –17 Jahren beim YOUKI Festival.

Im Zentrum der Handlung steht Inspector Bernhard (Benjamin Schnackenberg), welcher aus der Zeitung erfährt, dass die reiche Lea Hartmann verstorben sei. Ihr Nachlass, ein magisches Einhorn, soll an ihren Neffen Jack (Gustav Kern) gehen. Das kann Inspector Bernhard nicht hinnehmen und macht sich auf den Weg, das Einhorn mit allen Mitteln in seinen Besitz zu bringen. Eine Verfolgungsjagd beginnt…

Schon beim ersten Mal Schauen war ich total fasziniert, was das Team auf die Beine gestellt hat, ohne ein professionelles Studio vorzuweisen. Man nutzte, was bereits auf offener Straße gegeben ist. So wird die Außenfassade eines real existierenden Polizeigebäudes zu Inspector Bernhards Revier oder eine reguläre Rechtsanwaltskanzlei zum Notar von Lea Hartmann umfunktioniert. Selbst die Schießerei wirkt durch die Einblendung der klassischen Effekte eines Wild West Filmes sehr überzeugend. Dieser Kurzfilm hat mir gezeigt, dass selbst mit wenig Möglichkeiten ein tolles Endprodukt entstehen kann. Man braucht einzig und allein Spaß an der Sache. Diese Voraussetzung ist bei den Filmschaffenden absolut gegeben. Jeder Einzelne transportiert die Freude am Schauspiel und bringt seine Figur zum Leben. Dadurch hatte ich als Zuschauer ebenso eine große Lust, immer mehr von der Geschichte zu erfahren. Man kommt in einen Sehfluss, bei welchem die sieben Minuten Laufzeit sich auf wenige Momente sogar noch verkürzen. Die eingängige Musik im Spionage-Stil (von Oliver Friedel) verstärkt dieses Gefühl ungemein. Und man bekommt Lust auf mehr.

Dieses Bedürfnis lässt sich leicht durch den ersten Teil “Das könnt ihr euch abschminken!” befriedigen. Sehr empfehlenswert! Dieser kann sich als Gewinner des Deutschen Jugendvideopreises des Bundeswettbewerbes 2019 bezeichnen. Ihn könnt ihr auf dem YouTube-Kanal des Jugendfilm e.V.s finden. In diesem Kurzfilm bestehlen zwei Diebinnen Lea Hartmann. Ziel: das magische Einhorn. In der Hektik gelingt es ihnen nur, zwei Schweine in ihren Besitz zu bekommen. Inspector Bernhard und sein Chef Karl werden auf den Fall angesetzt. Fragen, die mir nach dem zweiten Teil “Schwein gehabt!” ungeklärt geblieben sind, haben sich mir hier erklärt. Wer ist Lea Hartmann? Was hat es mit dem Einhorn auf sich? Wie hat es überlebt, obwohl Chef Karl es erschossen hat? Diese Informationen haben mir nicht akut gefehlt während des Schauens, allerdings fühlt sich dieser Kurzfilm nun vollständiger an. Aus meiner Sicht gewinnt der Kurzfilm noch in einigen Aspekten an Eindruck.

Vorsicht! Spoiler! Ab diesem Punkt wird auf das Ende eingegangen. Falls ihr erst den Film sehen wollt, lest nicht weiter.


Ein Aspekt hat mich trotz des Inputs durch den ersten Teil irritiert. Nachdem Inspector Bernhard und Jack Gustav Hartmann ihre drei Versuche verbraucht haben, um das Einhorn mit dem Zauberspruch “Abrakadabra! Hokus Pokus, Fidibus!” zu aktivieren, verkaufen sie es an den Fleischer. Dieser probiert den Spruch nochmals aus und sein Wunsch geht unmittelbar in Erfüllung. Wie kann das sein? Das Einhorn hat schließlich die Blockade eingebaut und das unabhängig vom Besitzer. Dieser Punkt ist mir in der ansonsten schlüssigen Geschichte aufgefallen. Vermutlich liegt es an den Fähigkeiten der mysteriösen Lea Hartmann, die das Einhorn verzaubern konnte, wie sie wollte. Hat der Fleischer auch etwa dieses Talent?


Spoiler-Ende!

Mit etwas Glück gibt es demnächst einen dritten Teil, indem das neue Leben des Einhorns beim Fleischer unter die Lupe genommen wird. Ich hoffe sehr, dass dies die Filmschaffenden verwirklichen. “Schwein gehabt!” kann ich jeder*m empfehlen, die*der einfach nur Spaß beim Schauen eines Kurzfilmes haben möchte. Der Alltag ist für sieben Minuten vergessen!


Text: Moritz Heiden

Dieser Film läuft in Block 4 des Wettbewerbs JUNGER FILM beim FiSH – Filmfestival im Stadthafen.

Kommentar hinterlassen

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.