Im Norden ist er zu Hause!

Mit einem verschmitzten Lächeln strahlt er mich durch die Kamera hinweg an. Bereit für das Interview. Ins Blickfeld rückt ein modern in Szene gesetztes Bild von und mit Caspar David Friedrich vor den berühmten Kreidefelsen. Dahinter werden Dämmmatten sichtbar – ein selbst gebautes Tonstudio. Inmitten dessen sitzt Moritz. Doch wer ist eigentlich Moritz? Na, da passt mal auf!

Moin, ich bin Moritz, 20 Jahre alt und studiere Kommunikations- und Politikwissenschaften im zweiten Semester in der wunderschönen Universitäts- und Hansestadt Greifswald. Vor zwei Jahren habe ich mein Abitur gemacht. Und nun hoffe ich, dass ich noch viele schöne Erfahrungen während meines Studiums sammeln darf – dazu gehört nun auch meine Arbeit bei filmab!.

Wie bist du zur filmab! – Redaktion gekommen?

Relativ unkonventionell. Mein Kommilitone und Co-Redakteur Moritz hat mich darauf aufmerksam gemacht. Wir waren beide auf der Suche danach, was man in diesem Corona-Semester an Erfahrung noch sammeln könnte. Daraufhin habe ich mich kurzfristig beworben und bin dadurch ein Teil dieser Redaktion geworden.

Was hat dich an dem Projekt überzeugt?

Mein Interesse für Filme, welches eine Herzensangelegenheit für mich ist. Ich schaue sehr gerne Filme und nehme immer die ein oder andere Inspiration mit. Aus diesem Grunde finde ich es toll, mich in diesem Rahmen mit den einzelnen Filmen auseinandersetzen zu dürfen. Außerdem interessiert mich das Schreiben von Texten schon seit der Schulzeit. Das ist eigentlich auch Grundvoraussetzung, um Teil dieser Redaktion zu sein.

Nun schreibst du Texte speziell über Filme des FiSH-Festivals. Was macht das FiSH-Festival, als eines von vielen, für dich aus? Was ist die Besonderheit?

Was mich als erstes reizt, ist der Fokus auf den Jungen Film. In dieser Kategorie erhalten Filmschaffende, welche noch gar nicht unbedingt in ihrem Handwerk oder Ausbildung ausgereift sind, die Möglichkeit, ihre Machwerke der Öffentlichkeit zu präsentieren, um so von verschiedenen Seiten Feedback zu erhalten. Das finde ich wahnsinnig hilfreich, um sich und das eigene Werk zu reflektieren. Ich sehe das selber aus dem Blickwinkel von jemandem, der selbst noch nicht fertig studiert hat und noch nicht ansatzweise da angekommen ist, wo er gerne sein möchte.

Außerdem ist es für mich als Mecklenburger quasi ein kleines Heimspiel, da das FiSH-Festival in Rostock stattfindet. Dadurch sehe ich natürlich auch eine Chance, die Kunst- und Kulturszene in MV zu fördern.

filmab! konzentriert sich im wesentlichen auf die Kategorie “Junger Film”. Nun treten dort viele individuelle Filme an. Wie gehst du vor beim Rezensieren, um jedem gerecht zu werden? Worauf achtest du?

Zuerst einmal ist es wichtig, dass ich nicht in die Verlegenheit komme, die Filmschaffenden misszuverstehen. Da gerät man öfter in gewisse Zwiespälte, daher sollte man den Film auf verschiedenen Ebenen ansehen. Individualität braucht eben auch eine gewisse individuelle Herangehensweise.

Beim FiSH-Festival handelt es sich nicht um konventionelle Filme sondern um Kurzfilme von jungen Filmschaffenden, die tolle Ideen haben und eine bestimmte Message vermitteln wollen – gerade diese muss eben verstanden werden. Dadurch sehe ich mich in meiner Funktion als Rezensent in einer Art Doppelrolle. Einerseits der Konsument, welcher wie die Besucher des FiSH-Festivals diesen Film im Kino oder digital anschaut; andererseits bin ich in der Verantwortung diesem Film gerecht zu werden. Das ist nur machbar, wenn man unkonventionell an die Filme herangeht. Eine Möglichkeit ist zum Beispiel das mehrmalige Schauen der Kurzfilme. Dadurch kann ich einen Fokus auf die Details legen. Natürlich muss man dann in der Rezension die Balance finden, um den Film nicht zu zerreden.

Nun gibt es durch die überaus große Spannweite an Filmen auch eine Vielzahl an Themen. Warst du verblüfft über diese Themenvielfalt?

Verblüfft würde ich nicht sagen. Ich bin mit der Prämisse herangegangen, dass jeder Film ein einzigartiges Kunstwerk ist. Dies erfordert eine Unvoreingenommenheit beziehungsweise Offenheit gegenüber der Thematik der Kurzfilme. Es ist natürlich trotzdem unglaublich, welche verschiedenen Themen auf unkonventionelle Art in den Kurzfilmen verarbeitet wurden.

Hast du selbst eigentlich schon Filme produziert?

Ja, ich habe einen gewissen Background. (lacht) Dies hat mit der Schule begonnen. In diesem Zuge habe ich nämlich in meiner Heimatstadt Neubrandenburg beim NB-Radio ein Praktikum absolviert. Dadurch wurde bei mir die anhaltende Begeisterung für Medien – Film, Fernsehen und Radio – geweckt. In Zeiten, in denen es möglich ist, ohne Gatekeeper Meinungen zu verbreiten, gründete ich einen YouTube-Kanal. Dort lade ich regelmäßig einige Sachen hoch, die aber meiner Meinung nach noch weit weg sind von Film. (lacht)

Ich denke jedoch, dass jeder die Momente kennt, in denen man sich mit Freuden eine Kamera schnappt und Filme dreht. Action-Filme im John Wick-Verschnitt zum Beispiel. Das sind so Aspekte unserer hoch medialisierten Welt, an denen man nicht vorbeikommt und die man sogar auch nachahmen möchte. Dadurch wird auch die eigene Medienkompetenz geprägt.

Ich möchte allerdings gar nicht weiter von der Vergangenheit reden und die Frage eher darauf lenken, dass ich es mir sehr gut vorstellen kann, in der Zukunft eigene Filme zu produzieren. Vielleicht keine so großen Kunstwerke, wie ich schon sehen durfte.

Wenn du jetzt teilnehmen würdest, wie kann ich mir einen Film made by Moritz vorstellen? Was hätte dieser Film zum Thema?

Das ist eine sehr gute Frage. Da müsste ich ja direkt ein gesamtes Konstrukt entwickeln. (lacht) So grundlegend bin ich schon immer wahnsinnig fasziniert von Naturfilmen und -dokumentationen gewesen. Als Vorbild hierbei gelten die tollen Dokumentation des NDRs. Die wilde Natur. Die ruhige Natur. Das sind Motive, die ich gerne umsetzen würde. Im Kontrast dazu, interessiert mich auch die menschliche Psyche oder eventuell würde ich auch etwas komplett Belangloses produzieren. (lacht)


Vielen Dank für dieses Interview!

Moritz Heiden

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