Auswahlgremium vom FiSH Festival 2021
3 Tage + 100 Kurzfilme = Kopfsalat mit Joghurtdressing

Als wir in die Planung für filmab! beim FiSH starteten, fragte uns Arne, der Festivalleiter, in einer der ersten Besprechungen gleich, ob wir nicht Lust hätten, im Auswahlgremium für das Festivalprogramm mitzumachen. Und da ich es liebe hinter die Kulissen zu schauen, habe ich direkt „Ja!“ gesagt.

Es gab zwei Gremien: Eins, was aus allen über 400 Einsendungen die besten 100 auswählt und ein zweites, welches aus dieser Auswahl die 30 Kurzfilme bestimmt, die auf dem Festival laufen sollen. Ich war Teil der zweiten Gruppe und darüber auch sehr froh.

Außer mir waren noch Arne, Ophrys, Clara, Miguel und Philipp Teil dieses Teams. Alle haben schon länger etwas mit Kurzfilmen am Hut – für mich also eine spannende Umgebung, um meinen Blick auf diese Kunstform zu schulen. Ich war durchaus auch schon mal auf dem FiSH und habe auch auf anderen Filmfestivals Kurzfilme sehen können. Aber ich empfinde es doch als ein sehr eigenes Genre, mit dem man mal in Kontakt gekommen sein muss, um zu wissen, worüber man redet. Daher war ich sehr froh, in einer Gruppe aus Kurzfilm-erfahrenen Menschen zu sein.

Normalerweise hätten wir uns nun zu sechst vor eine Leinwand gesetzt und die Filme gemeinsam auf uns wirken lassen – auf Grund von Corona hat das aber lieber Jede*r für sich gemacht, mit regelmäßigem online Zusammenkommen, um unsere Meinungen und Gefühle auszutauschen.
So bekam ich also eine Liste mit den Links zu 100 Filmen – von 90 Sekunden bis 50 Minuten war alles mit dabei. Dazu die Aufgabe, von Mittwoch bis Freitag alle davon mal gesehen zu haben.
Also legte ich los und füllte dabei fleißig meinen Bewertungsbogen, vergab Noten von null („hab den Film abgebrochen“) bis vier („will ich unbedingt dabei haben“) und war immer wieder erstaunt, wie unterschiedlich die Meinungen sich zeigten, wenn wir als Gremium zusammengekommen sind. Für mich als halber Kurzfilm-Neuling war das wirklich aufschlussreich zu hören, wie meine Mitstreiter*innen sich aus ihrer deutlich erfahreneren Perspektive über die Filme austauschten.
In meiner persönlichen Wahrnehmung ist mir aufgefallen, dass es ein Kurzfilm immer mit meiner momentanen Verfassung aufnehmen muss. Einige, die ich mehrfach gesehen habe, gefielen mir in dem einen Moment richtig gut und beim nächsten mal gingen sie mir auf die Nerven, weil meine Stimmung einfach nicht so gut war.

Wenn es auch manchmal ganz schön anstrengend war, in so kurzer Zeit so viele Eindrücke zu verarbeiten, war es doch eine sehr spannende Zeit und ich bin froh, alle 100 Filme gesehen zu haben und auch darüber, welche wir ausgewählt haben.

Lore Bellmann

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