Spätwerk
Und es geht immer weiter

Foto: Eikon Media GmbH

„Hüten Sie sich vor den Schriftstellern und der sogenannten literarischen Welt!“

Paul Bacher (Henry Hübchen) ist frustriert: Seit Jahren hat er kein Buch mehr veröffentlicht und seine Lesereisen sind nur spärlich besucht. Trost sucht er statt bei Freund*innen im Alkohol.

Eines Nachts begegnet er bei der überstürzten Abreise aus einer der Kleinstädte, in denen er seine Lesungen nun hält, dem Tramper Daniel (Jordan Dwyer). Die beiden geraten in Streit und versehentlich überfährt Bacher den jungen Mann. Statt die Polizei zu rufen, entscheidet er sich, die Angelegenheit selbst in die Hand zu nehmen.

Dies ist der Auftakt zu der wehmütigen Geschichte eines Mannes, der nach einem tragischen Unglück einen Weg zurück ins Leben sucht. Zur Seite stehen ihm dabei seine Lektorin Hannah und Teresa, eine Leserin, zu der er jedoch bald ein engeres Verhältnis pflegt. Die Eifersucht der beiden aufeinander stellt ihn zeitweilig vor einen weiteren Konflikt.

Rührend aber nicht rührselig wirken die Szenen, in denen Bacher in die Vergangenheit des Trampers eintaucht. Egal, wie sehr er sich bemüht, das Geschehene zu verdrängen, es holt ihn immer wieder ein.

Der Film spielt an sehr schön ausgestatteten Sets in Deutschland, auch die Kostüme wirken liebevoll zusammengestellt. Kombiniert mit gut gewähltem Cool Jazz als Filmmusik ergibt sich ein stimmiges Bild. Ein wenig melancholisch ist Spätwerk ein guter Fernsehfilm, produziert unter Regisseur Andreas Kleinert im Auftrag des SWR.

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