Farewell Yellow Sea
Frischer Wind vom Gelben Meer

Bild: INDI FILM PRODUKTION, Marita Stocker (Regie)

„Ich bin gerne mit alten Menschen zusammen, meinen Opa und meine Oma mag ich sehr.“

Die junge Protagonistin Quing liebt das Meer und ihre Eltern, von ihren Großeltern ganz zu schweigen. Doch dass sie einen guten Draht zu den alten Menschen hat, ist noch nicht alles. Das daraus entwickelte Verantwortungsgefühl für die ältere Generation bildet den Grundstoff für den Dokumentarfilm Farewell Yellow Sea von Marita Stocker. Begleitet werden Quing und ihre zukünftigen Mitbewohnerinnen Xiaojiao, Yao und Cheng Yang bei ihrer dreijährigen Ausbildung zur Altenpflegerin. Wem sich nun schon beim Lesen ein Knoten in die Zunge gedreht hat, der braucht sich keine Sorgen zu machen, denn die vier landen im Hause Columba im Schwarzwald und die Bewohner*innen können sich deutsche Namen einfach besser merken. Claudia, Tina, Katharina und Quing kennen das Problem: Viele Großeltern möchten gerne lange zu Hause wohnen bleiben, doch immer mehr Kinder haben zu wenig Zeit.

Aber wieso haben vier junge Chinesinnen den langen Weg auf sich genommen, um sich um die Großeltern der Deutschen zu kümmern? Aufgepasst, nicht, dass es zu Missverständnissen kommt! Die Aussage, die man über Deutschland treffen kann, ist ebenso zutreffend für den Mangel an Pflegekräften in China.

Unserem Land, stellt Quing bestürzt fest, fehlen alleine zwölf Millionen Altenpfleger. Während vier junge Frauen beispielhafte Arbeit leisten und nebenbei für ihre Abschlussprüfung lernen, lehrt uns der Film sehr behutsam mehr über den verantwortungsvollen Umgang mit Altenpflegerinnen. Ein Hinzugewinn für beide Seiten ist, das vertseht man doch ganz einfach, einen Spaziergang durch den Garten machen zu können. Viele Nerven kostet hingegen der allmorgendliche Sprint durch die Zimmer der Bewohner*innen. Ohne große Anstrengung schafft die Dokumentation, dass ich den Protagonistinnen am Ende gerne persönlich meine Anerkennung aussprechen möchte. Sie ist behutsam, aber klug!

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