Die Schüler der Madame Anne
Liberté, Égalité, Fraternité?

„Ich unterrichte seit 20 Jahren und das mit Freude. Ich habe nicht vor, euch mit schlechter Laune zu traktieren, das liegt mir überhaupt nicht, okay?“

Foto: mm filmpresse

Eine 11. Klasse, über 20 Schüler*innen, verschiedenste Nationalitäten, Religionen und Weltanschauungen. Madame Anne Gueguen wird vor die Aufgabe gestellt, diesen bunten Haufen junger Menschen unter Kontrolle zu bekommen. Niemand hat wirklich gute Noten, ständig wird ihnen gesagt, dass sie deutlich hinter den anderen Klassen liegen. Von der Schuldirektion schon als durchgefallen abgestempelt, begeben sich die Jugendlichen mit Madame Guegen auf eine historische Reise, die ihr ganzes Leben verändern wird.

Der Drehbuchautor und Hauptdarsteller Ahmed Dramé (Malik) hat die Handlung am eigenen Leib erfahren. Als ehemaliger Schüler des León-Blum Gymnasiums kam er aus Begeisterung für Filme auf die Idee, ein Drehbuch über seine bewegende Geschichte zu schreiben. Dieses legte er der Regisseurin Marie-Castille Mention-Schaar vor und sie war sofort mit Enthusiasmus dabei. In Interviews erzählen sowohl sie, Dramé als auch Hauptdarstellerin Ariane Ascaride (Madame Anne Guegen) davon, dass sich der Dreh nicht wie eine Produktion angefühlt habe sondern eher wie der echte Alltag einer Schulklasse. Die Schüler*innen, die teilweise vom León-Blum Gymnasium kommen, wachsen als Gruppe zusammen und lernen Ascaride als ihre „Lehrerin“ kennen und schätzen. „Der Dreh war sehr schnell zu mehr als nur der Arbeit an einem Film geworden. Es wurde zum Abenteuer. Seitdem fehlen mir die Schüler“, so die Hauptdarstellerin.

Auf berührende Art und Weise begleitet das Publikum die Gruppe und jede*n Einzelne*n in ihrem/seinem Findungsprozess. Die Entwicklungen – ob zwischenmenschlich oder auch individuell – gehen ins Herz und hinterlassen ein so positives, nach Taten drängendes Gefühl, dass man aufspringen und sich selbst mehr engagieren möchte. Durch die vielen verschiedenen Charakterzüge in der Klasse, die alle liebevoll porträtiert werden, wird es nie langweilig.

Typisch französische Filmmusik untermalt die ehrlichen Emotionen, die auf den Gesichtern der jungen Leute zu sehen sind. Außerdem hat das Drama geschichtlich einiges zu bieten – definitiv eine Empfehlung für einen lebendigen Geschichtsunterricht.

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