Kalifornien hat kein Kino
Das Meer öffnet seine Vorhänge

Ein vorpommersches Urgestein erfüllt sich den Wunsch nach Selbstständigkeit und eröffnet Kinogänger_innen einen Blick hinter alles, was sich auf der Leinwand abspielt.

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Foto: Palms Fiction


Filme haben die Möglichkeit, zwischen allgemeiner Selbstverständlichkeit und dem Wunsch, bei etwas mal „hinter die Kulissen“ blicken zu wollen, interagieren zu können. Der Besuch des Kinos um die Ecke wird schnell als Selbstverständlichkeit gesehen, jedoch erfasst Regisseur Josef Wutz mit seinem Film „Kalifornien hat kein Kino“ genau das, worüber sonst kaum jemand nachdenkt: Über mehrere Monate hinweg begleitet er den Inhaber des Prerower Kinos bei der Arbeit und erfasst dabei die Historie des Ortes und die persönliche Geschichte des Inhabers und seiner Familie gleichermaßen. Historische Bilder untermalen den Blick auf den heutigen Stand des Kinos. Gerade im Tourismusland Mecklenburg-Vorpommern unterschieden sich die Bedingungen für Filmevorführende innerhalb der verschiedenen Jahreszeiten enorm.

Ob die Geschichte des Prerower Kinos eine ist, die sich auf ähnlich konzipierte, kleinere Kinos übertragen lässt, kann man nach Anschauen des Filmes nur vermuten. Jedoch wiederholt sich einiges, wie einzelne persönliche Geschichten des Kinoinhabers. Nach einer Dreiviertelstunde glaubt man, einiges gleich mehrmals gesehen und gehört zu haben.

Einiges, wie persönliche Geschichten des Kinoinhabers, scheint man nach der Dreiviertelstunde, die der Film dauert, gleich mehrmals gesehen und gehört zu haben. Dennoch veranschaulicht der Film sehr gut, in welch kleinen, schnell übersehbaren Einrichtungen gerade heute wirtschaftliche Probleme zu finden sind. Zudem wecken die Aufnahmen der Ostseeküste, die zwischen den einzelnen zeitlichen Abschnitten der Geschichten gezeigt werden, Fernweh und den Wunsch nach Urlaub und Abschalten bei den Zuschauer_innen. Sie beeindrucken mit einer natürlichen Weite und dem Gefühl für Freiheit, in die man auch beim Filmegucken flieht.

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