Die Beunruhigung
Ach du meine Inge

„Man kommt an so einen Punkt und plötzlich ist alles vorbei. Wenn du denkst, gerade jetzt könntest du losgehen, sagt jemand zu dir: Halt!“

Die Beunruhigung Bild
Foto: DEFA-Stiftung

Inge ist eine Frau in ihren Dreißigern und nach der Scheidung alleinerziehende Mutter des 15-jährigen Mike. Sie hat eine Beziehung mit einem verheirateten Mann. Diese Beziehung gilt es für die beiden auszuloten: Sind sie sich treu, lieben sie sich? Hier herrscht noch Redebedarf. Über Beziehungen reden macht Inge regelmäßig, sie arbeitet als Psychologin in der Ehe- und Familienberatung des Stadtbezirks.
Auf Arbeit erhält sie einen Anruf ihres Arztes und wird in die Praxis zitiert. Dort angekommen wird sie mit den Schicksalen und Ängsten der anderen Patientinnen konfrontiert. Nachdem bei Inge ein verdächtiger Knoten in der Brust gefunden wurde, ist nun eine Operation am Folgetag notwendig. Noch im Umkleideraum des Arztes erleidet sie einen nervösen Zusammenbruch. Den Rest des Tages verbringt sie mit dem Versuch, ihre Jugend wieder aufleben zu lassen. Während die anstehende Operation wie eine dunkle Wolke über ihrem Kopf hängt, trifft sie alte Freunde und spielt mit der Idee eines Klassentreffens. Sie hinterfragt, was sie hätte anders machen können und was sie verpasst hat. Ihre Ängste kommen zwischendurch in Äußerungen wie „Ich denke immer nur: Warum ich?“ und „Lieber Gott, mach, dass alles gut wird, bitte“ am deutlichsten zum Vorschein. Die Anfangs- und Endsequenz liefern die Auflösung, wie es um Inges gesundheitliche und romantische Zukunft aussieht.

Christine Schorn gewann für ihre schauspielerische Leistung in „Die Beunruhigung“ den Darstellerpreis auf dem 2. Nationalen Spielfilmfestival der DDR. Durch bewusst inszenierte Kameraführung und Schnitte erlebt der Zuschauer die Beunruhigung fast wie am eigenen Leibe. Regisseur Lothar Warneke schuf mit diesem dokumentar-artigen Schwarzweißfilm einen der zu Recht besucherstärksten DEFA-Filme.

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