Taxi
Einmal in die 80er, bitte!

„Es entspricht eigentlich eher dem Naturell des Südländers, sich zu viert in ein Auto zu quetschen. Wogegen der Norden ein viel größeres Distanzbedürfnis hat.“

Spielfilm: Taxi
Filmstill: BT-Film GmbH

Alex sitzt am Steuer. Sie hat gerade ihre Ausbildung in der Versicherung abgebrochen und ist nun Taxifahrerin, um auf eigenen Beinen zu stehen. Immer wieder die Frage: „Warum studiert so ein schönes Mädchen wie du eigentlich nicht?“ Sie übernimmt die Nachtfahrten, dort gibt es mehr Kohle, fährt Besoffene ins letzte offene Lokal und trifft alte Freunde zufällig wieder. Das Hamburger Nachtleben der 80er Jahre hat Alex in der Hand. Je mehr Kilometer sie fährt, desto mehr Probleme rollen auf sie zu. Bis sie auf einen Zirkusaffen trifft, der ihr zeigt, was Leben für sie mal bedeutet hat.

Regisseurin Kerstin Ahlrichs setzt in TAXI bildlich geschickt um, was Karen Duve in ihrem gleichnamigen Roman aufs Papier gebracht hat: Ein Hamburg der 80er, in dem Zigaretten, Coolness und Sex zu den wichtigsten Dingen im Alltag gehören. Alex, gespielt von Rosalie Thomass, geht auf die Suche ohne zu wissen, was sie finden möchte. Und eben so fühlt sich ein Zuschauer, der in dem Film sitzt: rastlos und ein bisschen zu lange unterwegs. Atmosphärische Szenen, tolle Farben und Lichter, eine zunehmend verruchte, distanzierte Hauptdarstellerin und spannende Liebhaber, die verschiedener nicht sein könnten. Eine großartige schauspielerische Leistung erbringt hierbei Peter Dinklage (bekannt aus „Games of Thrones“) in der Rolle des kleinwüchsigen Liebhabers Marc. Die von Katja Waffenschmied ausgewählten Klamotten, die Autos, die Clubs mit Hamburger Charme entführen mich in die 80er Jahre.

Ein bisschen wie eine Taxifahrt gestaltet sich die raue Liebeskomödie. Ich steige ein, habe ein Ziel, eine Erwartung vor Augen. Der Weg, den wir nehmen, ist mir neu. An einigen Stellen sehe ich nur öde Landschaft vorbeiziehen, an anderen Stellen würde ich gerne aussteigen und mich noch ein wenig umsehen. Doch am Ende komme ich an dem Punkt an, den ich erwartet habe.

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