Lichtes Meer
Sehnsucht nach mehr

Endlose Weiten, die hohe See, das Nichts. Da ist Selbstfindung vorprogrammiert.

Spielfilm: Lichtes Meer
Foto: Edition Salzgeber

Wenn zwei Freigeister aufeinandertreffen, die völlig verschiedene Vorstellungen von ihrer persönlichen Freiheit haben, klingt das eigentlich nach einem spannenden Drama mit allem, was dazugehört: Liebe, Leidenschaft, Zerrissenheit, Verzweiflung, Eifersucht, atmosphärisch-freudevolle Bilder. Vieles davon vereint auch LICHTES MEER. Die Umsetzung lässt jedoch etwas zu wünschen übrig.

Am Anfang des Spielfilms ist noch die Hoffnung, dass es spannend werden könnte: Marek (Martin Sznur) liest mit seiner sanften Stimme einen Brief an seinen Geliebten. Es wird klar, dass dieser sich auf einem Schiff befindet. Man sieht den jungen Marek bei seiner Familie auf dem Hof in Mecklenburg-Vorpommern. Dann beginnen die leider endlos wirkenden Meeres- und Containerschiffszenen, die gleichzeitig alles und nichts aussagen. Marek beginnt, auf See zu arbeiten, lernt den hübschen Jean (Jules Sagot) kennen, ihre Zuneigung entwickelt sich.

Immer wieder erzählt Marek aus seiner Sicht von den Situationen. Der Fokus liegt auf den ausdruckslosen Gesichtern, Dialoge sind eher selten. Stattdessen werden Bildsequenzen aneinandergereiht, die kaum etwas zum Verständnis des Geschehens beitragen. Marek und Jean finden in all diesem Durcheinander zueinander, schlafen miteinander, kommen miteinander zurecht, dann wieder nicht. Der Zuschauer bleibt im Ungewissen. Zwischendurch kommen Seemannslieder – einmal auch ein klassisches Stück, das die beeindruckenden Bilder der stürmischen Wellen passend untermalt. Der Soundtrack und die Meeresszenen machen am meisten Vergnügen.

Stefan Butzmühlen nimmt uns in LICHTES MEER mit auf eine Seefahrt, bei der wir danach genauso schlau wie vorher sind. Als Kurzfilm hätte die Idee überzeugt, als Spielfilm reicht sie leider nicht aus.

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