Jeg er din (Ich bin dein)
Du liebst mich nicht!

„Wenn ein böser Mann kommt, wer soll sterben? Jasper oder ich?“

Focus Baltic Sea: Jeg er din
Foto: Agentur Kulturprojektor

Mina (Amrita Acharia) stammt aus einer konservativen, pakistanischen Familie und lebt in Oslo. Sie hat sich entschieden, ihren eigenen Weg zu gehen: Gegen den Willen ihrer Eltern hat sich die Schauspielstudentin aus ihrer arrangierten Ehe gelöst und lebt allein mit ihrem kleinen Sohn Felix (Prince Singh). Mina hat keinen Job, sie fühlt sich oft einsam und verlassen. Ihre Verwandten akzeptieren sie nicht so, wie sie ist. Als sie sich in den attraktiven Regisseur Jasper (Ola Rapace) verliebt, scheint sich alles zu ändern. Die Konflikte mit Minas drakonischer, hypochondrischer Mutter und mit ihrem Exmann sind nicht zu unterschätzen. Doch ist Jasper überhaupt bereit, sich auf etwas Ernstes einzulassen? Alle haben irgendwelche Probleme, doch keiner fragt Mina, wie es ihr wirklich geht. Bei ihr ist alles „schon okay“. Logisch, dass das nicht auf Dauer gut gehen kann.

JEG ER DIN (ICH BIN DEIN) ist das Spielfilmdebüt der norwegisch-pakistanischen Schauspielerin Iram Haq. Inspiriert ist Minas Geschichte von der eigenen Biografie der Filmemacherin. Das Drama wirkt bedrückend und düster, die nordische Kühle ist deutlich zu spüren. Viele Szenen werden trotz positiven Inhalts von einer melancholischen und bleiernen Stimmung getragen. Schauspielerisch gelungen ist die Darstellung von Mina, deren Sehnsüchte und Haltlosigkeit glaubhaft durch Amrita Acharia verkörpert werden. Einziger Wermutstropfen ist, dass die Inszenierung teilweise leicht übertrieben ist. Die Frage, warum sich Mina nicht endlich mal für sich selbst einsetzt, wird dem Zuschauer nicht beantwortet – eine echte Emanzipation bleibt aus.

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