Die Jacke
Geschlechterkampf

„Wenn der Benz bremst, brennt das Benz-Bremslicht.“

Kurzfilm: Die Jacke
Filmstill: garde11

Ein junger Mann (Laurence Rupp) verlässt zusammen mit einer Frau (Hanna Binder) eine Bar. Dabei lassen sie eine große Wodka-Flasche mitgehen – ohne zu merken, dass die Flasche leer ist. Sie beschließen, in einer rustikalen Spelunke gemeinsam ein Bier zu trinken. Im Verlauf des Abends erleben die beiden ein Wechselbad der Gefühle.
Anfangs lachen und albern sie herum. Beide fühlen sich wohl in der Nähe des anderen. Ihre Blicke treffen sich. „Kannst du mich küssen?“, fragt sie ihn. Vorsichtiger Angriff. Feiger Rückzug. Zärtliches Streicheln. Große Leidenschaft. Wilde Knutscherei. Während sie aufs Klo geht, bekommt die Zweisamkeit eine dramatische Wendung. Was bleibt am Ende des Abends übrig? Ist es die große Liebe?

Die neunminütige Erzählung DIE JACKE von Patrick Vollrath, Student an der Filmakademie Wien, setzt die ewige Auseinandersetzung zwischen Mann und Frau in Szene. Der männliche Charakter überzeugt durch lebendige Mimik. Im Vergleich dazu tritt die Frau zu schwach auf.
Bildgestalterisch haben die beiden Cutter Sebastian Schreiner und Patrick Vollrath volle Arbeit geleistet: Man kommt sich vor, als würde man bei einem Friseur sitzen, der gerade in Schnittlaune ist. Die irreführende, teils sprunghafte Reihenfolge von Sequenzen ist für den Zuschauer kaum noch nachzuvollziehen. Leider wirken die harten Schnitte etwas laienhaft. Die verwackelte Kameraführung tut ihr übriges. Man stellt sich die Frage: Warum? – und findet keine Antwort darauf. Der Kurzfilm DIE JACKE hat versteckte Potentiale, die inmitten der unverständlichen Dramaturgie leider untergehen.

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