About a Girl
Charleen hat genug

„Einmal den Selbstmörderteller mit Plastikbesteck.“

Kinder- und Jugendfilme: About A Girl
Foto: Imbissfilm

Jimi Hendrix, Kurt Cobain und Amy Winehouse haben zwei Sachen gemeinsam. Erstens: Sie waren gute Musiker. Zweitens: Sie sind tot. Und weil die Erwachsenen auf der Erde so peinlich, die Jugendlichen so ordinär und Tote so frei von allen Sorgen sind, beschließt Charleen (Jasna Fritzi Bauer) eines Tages, sich umzubringen. Das wird aber nix. Blöd für Charleen: „Scheiße, ich bin irgendwie nicht davon ausgegangen, dass ich das jemandem erklären muss!“ Jetzt muss sie erklären. Viel erklären. Und zwar der Mutter (Heike Makatsch), dem Vater, der besten Freundin,…

Dass Erwachsenwerden eine schwierige Angelegenheit ist, haben schon viele Filme gezeigt. Aber so bissige Dialoge sieht und hört man selten. Dass dann dabei auch noch Tiefe mitspielt, ist hier außerordentlich gut gelungen. Jasna Fritzi Bauer, die schon beim Filmkunstfest 2011 mit EIN TICK ANDERS ihre großartigen schauspielerischen Fähigkeiten zeigte, beweist dies auch in ABOUT A GIRL. Die freche Zunge („Wie war´s Wochenende?“ – „Hell, dunkel, hell, dunkel, Montag.“) und den Mut zum Anderssein kauft man ihr absolut ab. Auch die anderen Figuren sind optimal besetzt und wirken einfach authentisch – was ziemlich außergewöhnlich ist für den großen Anteil von komischen Typen in der Geschichte. Beispiel gefällig? Als Charleen sagt „Wenn man jung stirbt, bleibt man für immer jung“, entgegnet der philosophische, wenn auch (oder gerade deshalb) abgedrehte Psychologe: „Aber auch für immer tot.“

Mark Monheim und Martin Rehbock haben mit ABOUT A GIRL eine wunderbar skurrile Tragikomödie, eine Hommage an die Andersartigkeit und an die Schönheit des Lebens gezaubert, die mit einem harmonischen Indiepop-Soundtrack, großartigen Darstellern und derben Sprüchen überzeugt.

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