25 Jahre Filmkunstfest
Es war einmal in Schwerin…

Zu einer Zeit, als das Wünschen noch geholfen hat und der filmische Horizont vieler häufig nicht über die DEFA-Werke hinausging, fand das erste FilmFest Schwerin statt.

Ausstellung
Foto: Marie-Luise Kutzer

Genauer gesagt war das vor einem Vierteljahrhundert, 1991. Freitagabend konnte das Urgestein von dieser Ära bilderreich berichten. Beim Jubiläumstalk schwelgten die damaligen Initiatoren und Mitbegründer Dieter Schumann, Jochen Wisotzki, Heinz Brinkmann und Edda Wanske in Erinnerungen. In der fast schon familiären Atmosphäre des TIVOLI ließen sie das Publikum an den anfänglichen Motiven des 25 Jahre alten Festivals teilhaben. Denn auch als Zeichen des kulturellen Umbruchs im Osten wollten sie das Filmefieber entfachen – weg von den zentralisierten Kunsteinrichtungen, hin zu Gründungen von Filmvereinen und -büros. Als ihnen wie durch ein Wunder rund 4 Millionen D-Mark Fördergelder zur Verfügung gestellt wurden, begann die Planung und Umsetzung des Festivals. 23 festangestellte Mitarbeiter begannen zu wirken, retteten alte Zelluloidstreifen vor der Tonne und sichteten neues Material. Nur zwei Jahre nach dem Mauerfall drehten sich viele der ausgestrahlten Werke um die Verarbeitung des Erlebten, um ein gespaltenes Land.

Nun werden gesammelte Zeitungsschnipsel aus 25 Jahren Filmkunstfest-Geschichte gezeigt. Im Festivalprogramm wurde die Ausstellung „25 Jahre Filme, Kunst und Feste“ genannt. Leider sieht man nicht ganz so viel davon. Viele Artikel, hauptsächlich aus der Schweriner Volkszeitung, sind es, die in den Gängen des Capitols hängen – im Märchenschloss des Filmkunstfests. Einige vereinzelte Fotos, auch vom Publikum eingeschickt, lockern die Bleiwüste etwas auf. Das Ausstellungskonzept ist eine tolle Idee, um den Wandel der Zeit nachvollziehen zu können. Mehr Fotos oder vielleicht sogar Filme – schließlich das Hauptmedium des Festivals – hätten der Ausstellung jedoch sicher nicht geschadet.

Und die Moral von der Geschicht‘? Mit der Erinnerung ist es wie im Märchen: Wenn sie nicht gestorben ist, dann lebt sie noch heute.

Kommentar hinterlassen

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.