Worauf sollen wir hoffen?
[SF „Paradies: Hoffnung“]

”If you’re happy and you know it, clap your fat. If you’re happy and you know it and you really wanna show it, if you’re happy and you know it, clap your fat.”

Foto: Neue Visionen Filmverleih GmbH
Foto: Neue Visionen Filmverleih GmbH

Eine Geschichte von Hoffnung. Hoffnung auf vieles: Auf Freundschaft. Auf Besserung. Auf das Erwachsensein. Und auf das Geliebtwerden.
Für den Sommer wird die 13-jährige Melanie (Melanie Lenz) von ihrer Mutter für vier Wochen in ein Diätcamp gesteckt. So wie auch etwa 30 andere übergewichtige Jugendliche. Mit Disziplin, Gehorsam, Sport und Spiel sollen die Kilos purzeln und das Selbstbewusstsein gestärkt werden. Währenddessen ist ihre Mutter allein in Kenia. Zunächst fühlt sich Melanie ein wenig allein gelassen, doch schnell entwickelt sich eine angenehme Gruppendynamik. Aus den zunächst aussichtslosen Wochen wird eine Zeit der neuen Erfahrungen, des Austestens eigener Grenzen, immer voll von Spaß und Lebensfreude. Als Melanie sich in einen vierzig Jahre älteren Arzt (Joseph Lorenz) verliebt und sich eine seltsame Beziehung zwischen den beiden entwickelt, scheint ihr die Situation zu entgleiten.

„Paradies: Hoffnung“ passt sich perfekt in die Trilogie Glaube-Liebe-Hoffnung des österreichischen Filmemachers Ulrich Seidls ein. Seidl arbeitet wieder mit klaren, unverzerrten, eindrucksstarken und ungeschönten Bildern. Es könnte fast ein Dokumentarfilm sein, die Schauspieler kommen in der Umsetzung vieler Szenen unglaublich authentisch herüber. Die gesamte Inszenierung wirkt sehr natürlich. Seidls bewegende Aufnahmen geben dem Zuschauer in fast allen Momenten das Gefühl einer überspitzten Realität. Eine Realität, für die man sich schämen möchte. Die vorherrschenden Gedanken sind: Das gehört hier nicht hin, so darf das doch nicht sein! „Paradies: Hoffnung“ ist ein Rausch von verwirrenden Gefühlen, der das Publikum so schnell nicht wieder loslässt.

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