Wollt ihr‘s hören?
[SF „Draussen ist Sommer“]

Wanda und ihre Familie suchen nach einem Neuanfang, doch begeben sich stattdessen auf die nächste Talfahrt mit bittersüßem Beigeschmack.

Filmstill: Zum Goldenen Lamm
Filmstill: Zum Goldenen Lamm

Ein Umzug bringt immer Freud und Leid. Wanda (Maria Dragus) zieht mit ihren Eltern und ihren beiden jüngeren Geschwistern von Stuttgart in die Schweiz. Anfangsschwierigkeiten scheinen normal, die Eltern sehr verliebt und der Garten riesig und schön. Dann kommt die Schule und somit der erste Dämpfer, für Wanda aber läuft es nicht so rosig. Ein Ereignis folgt dem nächsten und das Schweigen von Bruder Bubi immer größer. Der Sommer scheint erstickend und unerträglich. Das Misstrauen von Wandas Mutter Anna (Nicolette Krebitz) gegenüber ihrem Mann Joachim (Wolfram Koch) flammt wieder auf und zerschlägt beide. Wanda sucht Anerkennung und findet sie nur beim seltsamen Nachbarn Hannes (Philippe Graber), doch schließlich flüchtet sie.
Betäubt und zurückgeschlagen von zahlreichen Misserfolgen, Sorgen und Kränkungen verliert sich jeder in seinen Problemen. Alle drehen die Musik lauter, um ihren inneren Sorgen nicht mehr lauschen zu müssen. Es kommt der Moment, an dem Wanda begreifen muss, dass sie die verloren gegangenen Gefühle ihrer Eltern nicht zurückholen kann und man sich an manchen Orten wohl nie einleben wird.

Mit „Draussen ist Sommer“ schafft Friederike Jehn ein bedrückendes Familiendrama, das weder Blauäugigkeit noch überzogene Dramatik aufweist. Besonders Maria Dragus, bereits bekannt aus dem Film „Das weiße Band“ als Pfarrerstochter Klara, sticht im Ensemble heraus. Obwohl sie zurückhaltend agiert, muss sie in ihrer Rolle als Wanda Reife beweisen und versuchen, das Gleichgewicht der Familie wiederherzustellen. Während des gesamten Films zweifelt man nicht ein einziges Mal an der Glaubwürdigkeit ihrer Darstellung. Eine perfekte Besetzung und eine hervorragende Nachwuchsschauspielerin, die man von nun an hoffentlich häufiger auf der Leinwand sehen wird.

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