Vom Außenseiter zum Skinhead
[Länderreihe „This is England“]

„There is a forgotten word, a word which means most to me. This word is ENGLAND. A word which stood for power, freedom and respect.”

Foto: Ascot Elite Filmverleih GmbH
Foto: Ascot Elite Filmverleih GmbH

Wir schreiben das Jahr 1983. Eine Geschichte von Freundschaft und Solidarität, aber auch von Fremdenhass. Und mittendrin der 12-jährige Shaun (Thomas Turgoose). Er ist Halbwaise und lebt zusammen mit seiner Mutter in einer englischen Kleinstadt. In der Schule läuft es für ihn nicht gut, Freunde hat er nicht und dann trägt er auch noch die uncoolsten Klamotten überhaupt. Shaun ist Außenseiter und seine Mitschüler lassen ihn das auch gewaltsam spüren. Als er auf eine Clique älterer Jungs trifft, die ihn in ihrer Mitte aufnehmen, ist er von Herzen glücklich, endlich dazugehören zu dürfen. Doch Shaun bekommt erst mit der Zeit mit: Seine neuen Freunde sind allesamt Skinheads. Was das wirklich heißt, merkt er erst, als der wesentlich ältere Combo (Stephen Graham) aus dem Knast zurückkehrt. Vollgetankt mit extremem Fremdenhass und rassistischer Propaganda bringt Combo als Anführer die Gruppe auf Trapp. Nicht alle folgen ihm begeistert, doch Shaun tut es ohne zu zögern – was nicht ohne Folgen bleibt.

„This is England“ von Shane Meadows ist untermalt mit Ska- und Reggaemusik. Im Gegensatz zum bedrückenden sozialen Klima im damaligen Thatcherismus wird dadurch eine gewisse Lebendigkeit und Munterkeit vermittelt. Teilweise wirkt das Jugenddrama ein wenig klischeehaft und belehrend. Auch wenn die Protagonisten allesamt eindrucksvolle Persönlichkeiten sind, kommen die Handlungen oftmals geplant und vorhersehbar rüber. Dasselbe gilt leider auch für das Ende. Gut gelungen ist die Nicht-Pauschalisierung der Skinhead-Bewegung. Es werden ausführlich die innere Zerrissenheit und Unterschiede der Szene dargestellt.
This is England. C’est la France. Das ist Deutschland. Kein Land kann sich ausschließen von den Gefahren eines übersteigerten Nationalismus. Auch nicht davon, dass vor allem junge Menschen, die anderswo keinen Anschluss finden, anfällig für diesen sind. Mit geringem Budget ist Meadows eine Inszenierung gelungen, die dieses Problem nicht nur oberflächlich ankratzt.

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