Raus aus dem Kino mit den Sesseln!
[Dok „Unplugged:Leben“]

Wenn das abgezogene Leben zweier Straßenmusiker über die Leinwand flimmert, wird man nicht sitzen wollen. Für den Guaia-Guaia-Sound ist Freiraum nötig.

Foto: W-film / Filmbüro Una Cum
Foto: W-film / Filmbüro Una Cum

Die Straße ist öffentlicher Raum. Und die Bühne von Elias Gottstein und Luis Zielke, die ihre Band Guaia Guaia nennen. Zusammen sind sie zwei freie Singvögel. Denn ihr Leben ist ihre Arbeit, ist Musik und Straße. Der Sound aus E-Gitarre, Posaune und Laptop-Mischung schallt dank 3000-Watt-Verstärkung über Plätze, Straßen und die ein oder andere Location. Wenn die Polizei ihre spontanen Konzerte wieder einmal beendet, verpacken sie alles in zwei umgebaute Mülltonnen, um schnell weiterzuziehen. So sieht es am Anfang des Films aus. Inzwischen sind sie nicht mehr per Fuß und mit öffentlichen Verkehrsmitteln unterwegs. Sondern haben sich Fahrräder umgebaut, um mit der eigenen Kraft und Energie sich durch die weite Welt zu bewegen.

Über ein Jahr hat der Schriftsteller und Dokumentarfilmer Sobo Swobodnik Luis und Elias mit der Kamera begleitet. Mit unmittelbarem Blick dokumentiert er Reise, Stationen, Konzerte, Schlafplätze und Begegnungen der zwei Musiker und ihrer Sicht der Dinge. Währenddessen ist „Unplugged:Leben Guaia Guaia“ zum Publikumsliebling avanciert. Spiegel Online, arte, Stern und Deutschlandfunk berichteten über die Geschichte von Freundschaft, Mut und Träumen, die so treffend ein Lebensgefühl einfängt. Während Elias Haar immer länger und Luis‘ Bart immer voller wird, werden ihre Statements kritischer, ihre Texte provokanter, ihre Lebensweise extremer. Sie hinterfragen, wann Musik spielen erlaubt ist. Wie die Berechtigung lautet zum Genehmigen. Und woher sie sich die Freiheit nehmen – ungenehmigt.

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