Kurzum (k)eine London-Story
[Lesung Andreas Hyronimus]

Andreas Hyronimus senior lässt seine Stories über Pints, Pubs und englische Fußballer verlesen.

Foto: Daniel Focke
Foto: Daniel Focke

DIE 8 CORGYS DER QUEEN. Wir sitzen bei Kerzenlicht im “Klangwert” in der Friedrichstraße und hören Geschichten von englischen Bars, englischem Bier und englischen Fußballern. Geschrieben von einem Autor, der noch nie in England war. Wir sind auf einer Lesung eines Autors, der sogar in einer dieser Stories ganz genau thematisiert, warum er Lesungen nicht mag. Diese Beistelltischchen, diese Rednerpulte, diese thematisierte, einleitende Moderation – gefällt ihm alles nicht. Alles ist auf ebendiese Lesung im „Klangwert“ zutreffend.

Ein Freund des Güstrower Autors Andreas Hyronimus – Vater von Andreas Hyronimus junior, Regisseur von „Wie das Binnenmeer“ – liest zwei Short Stories aus dessen Buch „Stationen einer Flucht“, erst holprig dann betonter. Zumindest Hyronimus lacht an den richtigen Stellen. In der anschließenden Fragerunde wird der Autor gesprächiger. „Mir geht’s um Unterhaltung. Es gibt zwei Dinge, die ich gerne mag: Nachdenken und Lachen. Deshalb hab ich das so gemacht.“ Das „So-Machen“ resultiert in Pub-Geschichten mit Phrasen wie: „Und Rousseau gibt mir ein Pint aus.“ Der Hauptcharakter, Journalist Ernie Idler, rangelt sich durch Sauf-Geschichten und allerlei Kurioses, trifft in Pubs den englischen Fußballer George Best und prügelt sich. Die Kurzgeschichten bestehen dabei größtenteils aus Dialogen, die sich schwierig auf Lesungen realisieren lassen – auch das gibt Hyronimus zu. Der Lesestoff passt wenigstens inhaltlich zum Gastland Großbritannien und wurde laut Veranstalter „extra ausgesucht wegen der England-Geschichte“.

Spannendster Teil des Abends: Das flackernde Kerzenlicht im „Klangwert“ lodert gefährlich nah am Klavier. Da könnte man doch auch eine Story draus machen (bitte nicht). Die anderthalb Stunden, die wir im „Klangwert“ saßen, hätte ich lieber Pints trinkend im Pub verbracht. Auch ohne George Best und Rousseau.

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