It’s the end of the world as we know it.
[KF „Grünes Gold“]

Der Nahe Osten, Verschleppungen, ein Energieträger mit (finanziellem) Potenzial und Krieg – genug Stoff für eine brisante, politische Dokumentation.

Foto: Barbara Marheineke
Foto: Barbara Marheineke

Beim Kurzfilm „Grünes Gold“ handelt es sich allerdings um eine sogenannte „Mockumentary“, eine Schöpfung aus den englischen Wörtern „mock“ (vortäuschen, verspotten) und „documentary“ (Dokumentarfilm).
Im feinsten Dokumentarstil beleuchtet Barbara Marheineke die Entdeckung einer neuen, „grünen“ Energiequelle Ende der 80er Jahre und deckt auf, wie diese zur vermeintlichen Triebfeder der amerikanischen Außenpolitik mit drei Irakkriegen innerhalb der letzten 20 Jahre wurde.
Mit Spaß an stilistischen Wechseln wird hier die Geschichte um die Erforschung vom „grünen Gold“ mit Film- und Trickszenen sowie Anspielungen auf Fernsehserien und -sendungen erzählt. Zufällig Beteiligte der ersten Stunde kommen ebenso zu Wort wie Wissenschaftler verschiedener Institute und Akteure der politischen Ebene. Neu kommentierte oder leicht manipulierte Szenen, teils aus Nachrichtenbildern, stellen eine Verbindung mit unserem bisherigen Geschichtsverständnis her und beleuchten die vermeintliche Wahrheit.

Dem Zuschauer wird anhand des traurigen Schicksals des Mädchens Alma, ihrer Familie und Dorfgemeinschaft, die in die Mühlen eines globalen Megatrends geraten, auch die Bedeutung für die Menschen in der Region verdeutlicht. Auch wenn in „Grünes Gold“ nicht über wirkliche Geschehnisse berichtet wird, so zeigt er doch deutlich, wie rücksichtslos und von Eigeninteresse gesteuert die „Erste Welt“ in die Lebensgrundlagen der lokalen Bevölkerung eingreift und diese nachhaltig verändert oder sogar zerstört. Wo der Film endet, kann das Publikum weiterdenken und handeln, damit Ressourcen nachhaltig genutzt werden, statt mit größtmöglichem Profit, Effektivität und teils tödlicher Effizienz den Gesetzen des Kapitalismus gehorchen.

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