Das ist ein Überfall
[SF „Vater Morgana“]

„Na, mein Junge!“ Dieser eine Satz verändert Lutz‘ Leben völlig. Und das gerade an dem Tag, an dem er Annette einen Antrag machen wollte.

Filmstill: Moviecompany Warner Bros. Film Productions
Filmstill: Moviecompany Warner Bros. Film Productions

Lutz (Christian Ulmen) ist Polizist, seit fast 7 Jahren. Bisher lief alles nach Vorschrift und einigermaßen nach Plan bei ihm. Gut, er kann Kaugummis nicht von Softgun-Patronen unterscheiden, er traut sich nicht über eine rote Ampel zu gehen und mit seinem Vater (Michael Gwisdek) hat er keinen Kontakt. Aber das ist ja nicht wesentlich. Schließlich hat Lutz Annette (Felicitas Woll) abbekommen: nett, hübsch und genauso in ihn verliebt wie er in sie. Was sollte einem Heiratsantrag noch im Wege stehen? Lutz nimmt sein Erspartes und ein paar selbstgezüchtete Angelwürmer in die Hand und kauft den Ring.
Mit der „Münchener Freiheit“ im Hintergrund und dem richtigen Moment, der sowieso nie kommt, will er sich auf der Betriebsfeier ein Herz nehmen. Und dann kommt Walther: „ Mein Vater war eigentlich nie da, wenn man ihn gebraucht hat. Nie. Aber immer, wenn man überhaupt nicht mit ihm gerechnet hatte, wenn es überhaupt nicht gepasst hat, im falschesten Augenblick – dann ist er wieder aufgetaucht, wie eine Fata Morgana, und hat alles kaputt gemacht.“

„Vater Morgana“ platzt vor Fremdschämen aus allen Nähten. Wie in „Das Lied in mir“ spielt Michael Gwisdek auch in diesem Film eine Vaterfigur, die für sein eigenes Kind nicht fataler sein könnte. Walther ist ein Trickser, ein Entertainer, doch langsam ergraut auch er. Peinlich berührt beobachtet man, wie Lutz in sein Unglück rennt und regelmäßig in seiner eigenen Tollpatschigkeit übertrifft. Diese Art von Rollen sind für Christian Ulmen durchaus bekannt, und mit Michael Gwisdek wird ihm ein passender Gegenspieler zur Seite gestellt. Eine Vater-Sohn-Beziehung, verbunden durch das Angeln, die verstorbene Mutter und all die gemeinsamen Unannehmlichkeiten.

Doch trotz all der Komik und Action vergisst Till Endemann keineswegs die ruhigen Momente. Ein wohltuender Soundtrack wertet den Film zusätzlich auf. Eine Komödie also, samt eines Konflikts, der nicht verstrickter sein könnte und des Rätsels Lösung es dennoch gibt.

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