Bauer sucht Mann
[KF „Wenn die Kühe Glocken tragen“]

Zwischen Bier und Kuh liegt Leidenschaft verborgen.

© credofilm
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Wenn die sonnigen Tage kürzer werden, das Gras nicht mehr wächst und sich der Sommer verabschiedet, dann beginnt der traditionelle Almabtrieb. Für diesen besonderen Tag werden die Kühe mit riesigen Glocken behangen. Ein sonores, durchdringendes Läuten zieht über die Weiden, wenn die Kuhjungen das unruhige Vieh ins Tal treiben.

In dieser ländlichen Erwerbswirtschaft mitten im Allgäu verliebt sich der junge Bauer Peter (Ferdinand Schmidt-Modrow) in seinen besten Freund Johannes (Martin Liema). Johannes genießt die unvergessliche Nähe zu Peter: Ob beim gemeinsamen Bier auf der Alm, beim Ausmisten des Kuhstalls oder im schicken Cabrio. Doch auf der abendlichen Bierzeltparty prallen die unterschiedlichen Lebensanschauungen aufeinander. Im Zwiespalt der Gefühle geht Johannes einen dramatischen Schritt, der die Freundschaft der beiden verändert.

Der zwölfminütige Kurzfilm „Wenn die Kühe Glocken tragen“ ist der Abschlussfilm von Christian Günzler. Ohne viele Worte zu verschwenden, zeigt sein „Allgäuer Heimatkurzfilm“ emotionale Augenblicke in einer unberührten Umgebung der Vertrautheit. Was bleibt, ist der innere Kampf zwischen den Erwartungen einer konservativen Gesellschaft und dem individuellen Schicksal eines jungen Menschen. Längst wurde das Thema Homosexualität auch in der Dokusoap „Bauer sucht Frau“ aufgegriffen. Aufmerksame Zuschauer erleben den vorwiegend schweigenden Dialog der Protagonisten als Sinnbild der eisernen Verweigerung auf die zentrale Frage: Willst du mit mir gehen?

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