Armut, Ehelosigkeit und Verzicht
[Retro „Die Frauen Gottes“]

150 Jahre lang leisteten die Schwestern des Stifts Bethlehem Ludwigslust ihren Dienst an Kindern, Alten und Kranken. Eine Dokumentation über den Alltag der Diakonissen von Dieter Schumann.

Armut, Ehelosigkeit und Verzicht. Das sind die ursprünglichen Leitworte der Gründerin Helene von Bülow des Stifts Bethlehem zu Ludwigslust. Über hundert Jahre waren sie dies auch für engagierte Frauen, die sich dem Dienst Gottes in dieser Einrichtung verschrieben hatten.
Zwischen Mitte 60 bis Ende 80 sind die Diakonissen heute alt. Sie leben jetzt zusammen in einem außerhalb gelegenen Altenheim.
Beim Durchwandern der 1999 geschlossenen Kinderstation kommen bei den Schwestern viele Erinnerungen auf. Erinnerungen von schlaflosen Nächten, weinenden Kindern, Freude, Trauer und viele andere unterschiedlichste Emotionen. Die Gründe, warum die Schwestern meist schon in jungen Jahren dem Orden beigetreten sind, sind so vielseitig wie auch ihre Persönlichkeiten und Biografien. Die Veränderungen, die sich mit den Jahren getan haben, gehen auch an den Schwestern nicht spurlos vorbei…

Dieter Schumann hat unzählige Dokumentationen über norddeutsche und besonders mecklenburgische Besonderheiten inszeniert. Darunter Portraits von Menschen, Städten und eben auch Einrichtungen wie dem Stift Bethlehem Ludwigslust.
Mit einer bezaubernden Feinfühligkeit begleitet Dieter Schumann die Schwestern der Mecklenburger Anstalt durch ihren Alltag. Facettenreiche und intensive Detailaufnahmen hauchen dem Dokumentarfilm „Die Frauen Gottes – Die letzten Diakonissen von Mecklenburg“ eine freundliche Lebendigkeit und Leichtigkeit ein, die aber trotzdem nicht über die 150 Jahre alte Geschichte des Stifts vergessen lässt. Mit diesem 55-minütigen Beitrag ist Schumannn eine weitere charakteristische Darstellung gelungen.

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