Verteidiger oder Staatsanwalt? [SF „Implosion“]

Sommer, Sonne, Strand und ’ne Stange Geld auf dem Konto: Thomas und sein Vater Niels lassen es sich gut gehen in ihrem Urlaub. Doch die Stimmung könnte besser sein…

Filmszene aus "Implosion"
Foto: Filmstill

Thomas‘ Eltern lassen sich scheiden. Zu allem Unglück trifft der 17-Jährige (Sven Gielnik) auf seine Spanischlehrerin Angélica (Carolina Clemente). Es stellt sich heraus, dass die attraktive Frau schon länger eine Affäre mit seinem Vater (Hans-Jochen Wagner) hat. Seine Welt steht Kopf, als er plötzlich mitten im Wald auf Djamile (Eye Haidara) trifft. Die junge Kongolesin floh auf einem Boot nach Europa, der Großteil der Besatzung kam dabei um. Thomas nimmt sie in seinem Hotelzimmer auf – was jedoch nicht lange unentdeckt bleibt.
Der Konflikt zwischen Vater und Sohn spitzt sich zu, denn Niels fürchtet um seinen Job als Staatsanwalt. Seines Erachtens soll die Polizei über das Schicksal des Flüchtlingsmädchens entscheiden. Doch Thomas hat Angst, dass diese die Abschiebung von Djamile beschließt.
Die Handlung gewinnt an Fahrt, als die Afrikanerin offenbart, was der finster dreinblickende Livingston mit ihrem Leben als Prostituierte zu tun hat. Thomas lässt nichts unversucht, um seine neue Freundin zu retten. Ein Krieg zwischen Gesetz und Moral entflammt, den der Teenager scheinbar nicht mehr alleine bewältigen kann.

Mit überzeugenden schauspielerischen Leistungen und exzellenter musikalischer Umrahmung gelingt Sören Voigt mit „Implosion“ eine authentische Darstellung. Gekonnt baut er einen Spannungsbogen auf, der bis zum Ende nicht abreißt. Eindrücklich zeichnet Voigt den Einfluss des Wohlstandes auf den Menschen als Egoisten nach. Hierbei wird immer wieder die Frage aufgeworfen, inwiefern wir verantwortlich für das Elend der afrikanischen Flüchtlinge sind.

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