Verlorene Zeit
[KF „Sechster Sinn, Drittes Auge, Zweites Gesicht“]

„Wie geht’s, sagte ein Blinder zu einem Lahmen. Wie Sie sehen, antwortete der Lahme.“ (Georg Christoph Lichtenberg)

Sechster Sinn
Foto: Facebook-Seite des Films

Kinder sind unschuldige Diamanten in einer aufregenden Welt voller Farben. Sie gestalten sie, wie es ihnen gefällt. Die kindliche Fantasie ist grenzenlos. Bis der erzieherische Erwachsene sie zerstört. Eine Welt, die nur eine erdachte Welt ist, um Zeit zu sparen. Eine Welt voller Leben, und trotzdem leben wir nur ein einziges. Jeder erfasst das eigene Leben mit seinen Sinnen.
Wie erklärt sich ein Blinder (Ruben Zumstrull) die Welt, wenn er sie nicht mit den Augen fassen kann? Wir erleben das Leben auf ganz unterschiedliche Weise. Gestalten die Welt „wie einen Film, der vor unseren Augen abläuft und all die Vermittler zwischen uns und der Welt gemeinsam mit uns inszeniert“, wie es der Augenarzt (Johann Adam Oest) erklärt. Es ist unmöglich, die gesamte globale Vielschichtigkeit zu erfassen. Sie verschlingt den Protagonisten: „Ich bin ihr ausgeliefert wie ein Traum, in einem Traum, in einem Traum.“

Der fünfzehnminütige Kurzfilm „Sechster Sinn, drittes Auge, zweites Gesicht“ von Nachwuchsregisseur Jan Riesenbeck wird beim diesjährigen filmkunstfest erstmalig aufgeführt. Der aufmerksame Beobachter wird in eine geheimnisvolle Fantasiewelt tausender Facetten entführt und ist vom rasanten Bildwechsel und der Informationsüberflutung schlichtweg überfordert. Am Ende ist es eine Frage der Perspektive, wie man dieses Kinoexperiment betrachtet.

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