Rebecca – halbtags Peter Pan

 

Rebecca, liebevoll nur „Rebäggä“ genannt, und ich sitzen am Pfaffenteich. Die Enten schnattern vergnügt. Ein kleiner Junge kommt auf die Schar zugerannt und schreit „Abflug! Abflug!“, während sich seine Stimme überschlägt. Wir lachen.

Ein bisschen Augenringe hat sie noch. Ob das vom Pauken fürs Abi kommt? Fast alle Prüfungen hat Rebecca jetzt fertig geschrieben, in ein paar Wochen wird Schule nur noch eine Erinnerung sein und die Welt steht ihr offen. Aber hysterisch oder aufgeregt ist sie nicht. Nur wie immer – ganz entspannt. „Och, momentan denke ich eigentlich nicht so viel. Natürlich könnte ich mir auch sagen ‚Mensch, du hättest mehr lernen sollen!‘, aber das bringt ja nichts.“
Sie hat die Stunden lieber damit verbracht, Hefter ordentlich hinzulegen, Stifte zu spitzen, nochmal alles wegzuräumen, den Tisch abzuwischen, um es danach wieder penibelst anzuordnen. „Aber wenn ich gelernt habe, war ich immer gut fürs Lernen vorbereitet!“ sagt sie, mit einem breiten Grinsen auf dem Gesicht. Puh, bei so viel „lernen“ in einem Absatz kriege ich auch fast ein schlechtes Gewissen.

Wenn „Rebelli“ nicht gerade pauken muss, engagiert sie sich beim JMMV, macht Mitgliederbetreuung. Und bei der Schülerzeitung. Und beim Bundeswettbewerb der Fremdsprachen. Und bei Jugend im Landtag. Und als Schulsprecherin. Und als Klassensprecherin. Und im Internatsrat. Ganz schön viel also. Aber ihre Arbeit trägt Früchte – vor wenigen Tagen erst wurde dem „Toaster“, der Schülerzeitung vom CJD Rostock, der Preis als beste gymnasiale Schülerzeitung des Landes verliehen. „Wenn ich erstmal eine Idee habe und mich dafür begeistere, kann ich Berge versetzen. 18 Stunden Arbeit am Tag und Schlafmangel sind kein Hindernis.“
Auch filmab! zog Rebecca in den Bann. „Eigentlich habe ich vorher gar nicht viel recherchiert und hatte keine großen Hintergrundinfos. Aber je mehr ihr von den letzten Jahren erzählt, desto mehr Lust bekomme ich. Das Faszinierende ist, dass die Zeitung so enorm viel Gewicht hat und auch die Filmemacher sie lesen.“ Sie strahlt. Ich auch.

„Und, welchen Film möchtest du hier noch unbedingt sehen?“ – „‘Wie man leben soll‘. Weil er den Konflikt zwischen Erwachsenwerden und ob sich das lohnt thematisiert. Ein Konflikt, den jeder austrägt, mich eingenommen.“ Als ich sie danach angucke merke ich, dass das Unbeschwerte und Fröhliche, womit das Wesen eines Kindes beschreiben wird, wohl immer in ihr stecken wird. Manchmal ist sie wie Peter Pan: derbe cool, aber kein Stück erwachsen.

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