Rattenfänger 2.0 [SF „Die Vermissten“]

No-Future-Generation? „Die Vermissten“ von Jan Speckenbach erzählt über die stumme Revolte der Jugend gegen die Erwachsenen.

Andre M. Hennicke in "Die Vermissten"
Foto: Tom Akinlemin, © Junifilm

Lothars Tochter ist verschwunden. Obwohl er seit sieben Jahren keinen Kontakt mehr zu Martha oder ihrer Mutter hat, begibt er sich raus aus seinem überordentlichen Leben. Lothar entdeckt, dass immer mehr Kinder und Jugendliche umherstreunern oder als vermisst gemeldet werden. Er ist einer Gruppe auf der Spur, die sich ähnlich einer Geheimorganisation organisiert. Auch Martha soll Teil der Gruppierung „Die fliegende Ratte“ sein.
Immer wieder kreuzen sich die Wege des adrett geschniegelten Lothars (André Hennicke) und der burschikosen Lou (Luzie Ahrens), die scheinbar von Zuhause weggelaufen ist. Gemeinsam machen sie sich schließlich auf den Weg. „Ihr nehmt euch das Leben, als ob es immer Nachschub geben würde.“ – „Besser, als selbst Nachschub zu sein.“
Leere Straßen, Bürgerwehren, hohe Polizeipräsenz gehören nun zum Alltag. Lou und Lothar treffen auf eine Ansammlung bepackter Jugendlicher, Anhänger der „Fliegenden Ratte“. Seine Tochter findet Lothar nicht, dafür die Anfänge einer Bewegung einer ganzen Generation.

Zwar thematisiert der Film das international aktuelle Thema jugendlichen Aufbegehrens gegen eine Gesellschaft, die ihnen keine Zukunft bietet, fokussiert aber auf den phasenweise sehr langatmigen Weg des Vaters durch die Pampa. Es folgt die Hilflosigkeit der Eltern gegenüber der Vernetzungsmacht ihrer Kinder in einem politisch-relevanten Was-wäre-wenn-Szenario, das den Standpunkt der jungen Generation allerdings nur in Nebensätzen angedeutet.

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