Old School [Länderreihe „Brat – Der Bruder“]

Von der Kritik als gewaltverherrlichend verschrien, bricht „Brat“ dennoch alle Besucherrekorde an den post-sowjetischen Kinokassen.

Szene aus "Brat"
Foto: Filmstill

Irgendwo in Russland wird ein Film gedreht. Danila Bagrow (Sergej Sergejewitsch Bodrow) stolpert über das Set. In der nächsten Szene sitzt er verprügelt auf der Polizeistation. Seine Mutter schickt ihn nach St. Petersburg zu seinem großen Bruder, um Arbeit zu finden und sich nicht mehr auf unterschiedlichste Art mit dem Gesetz anzulegen. Doch sein Bruder Wiktor ist in der Mafia keine kleine Nummer…
Zwei Brüder, knappe Gespräche, russische Rockmusik, misshandelte Frauen, ein bisschen Liebe und Zuneigung, schmierige Bandenführer und Waffen sind die Zutaten dieses russischen Dramas. Die Handlung ist in groben Zügen dargestellt und bedarf keiner weitschweifigen Erklärungen. Ausufernde, stille Passagen zeichnen eine trübe Stimmung in den elenden Gegenden einer grauen Stadt. Für Danila gibt es keine Perspektive und keine Alternativen. Stattdessen läuft er immer mit seinem Discman herum, ununterbrochen die russische Rockband Nautilus Pompilius hörend.

„Brat“ (zu Deutsch: „Der Bruder“) von Alexei Balabanow ist ganz großes Kino. Ein Gangsterfilm mit einem Handlanger, der seine eigenen Regeln von Recht und Gesetz aufstellt. Sergej Sergejewitsch Bodrow erhielt für seine Rolle als Danila den „Silberner Hugo“ beim Chicago International Film Festival. Mit markigen Sprüchen wie „Stärke liegt nicht im Geld, sondern in der Wahrheit.“ wird Bodrow in den Neunzigern zum Idol einer ganzen Generation – ehe er 2002 bei einem Lawinenunglück im Kaukakus tödlich verunglückte.
Ein sehr klassisch anmutender Film für jeden, der dubiose Gestalten mit hochgestellten Mäntelkragen und versteckten Waffen mag.

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