Netter Schrockrocker von nebenan
[Dok „Flake – Mein Leben“]

„Ick fühl‘ mich jetzt schon wie im Bonusbereich. Ick könnt‘ sterben und sagen: War geil.“

Flake - Mein Leben
Foto: Leif Heanzo

Christian „Flake“ Lorenz trägt Brille, ist groß, dünn und seine Lehre zum Werkzeugmacher schließt er nur mit mäßigem Erfolg ab. Nebenbei macht Flake auch Musik.
Mittlerweile international bekannt und gefeiert als Keyboarder der Ausnahmeband Rammstein, erinnert er sich an seine Kindheit in Ostberlin, erste erfolglose Auftritte am Keyboard, Jazz und Blues auf Schallplatten. „Wenn da so ein Heinz kommt und da rumdüdelt… Also ick würd‘ da auch rausgehen.“

Er spielt in Bands wie „Feeling B“ oder „Die Maske des roten Todes“, bis er nach der Wende zu Rammstein findet. Dort ist er vor allem in den Bühnenshows der fragile Außenseiter. Flake ist die „ironische Brechung“ der Band. Eine Witzfigur, die gleichzeitig mit ihrer „komischen, um die Ecke gedachten Musik“ das i-Tüpfelchen auf die düsteren Heavy-Metal-Sounds seiner Bandkollegen setzt. Zu einer Gruppe zu gehören ist ihm wichtig, Einsamkeit scheint ihn zu beängstigen. „Dann sind da welche, die freuen sich, dass man kommt und sagen: ‚Mensch, du hast aber beschissene Schuhe an.‘ Das gibt einem das Gefühl, nicht allein auf der Welt zu sein.“

Annekatrin Hendels Dokumentation porträtiert Lorenz abseits seines oftmals grenzdebilen Alter Egos. „Flake – Mein Leben“ ist eine Collage aus Gesprächen mit dem Musikjournalisten Ronald Galenza und eine persönliche Führung durch Lorenz‘ Berlin. Für eingefleischte Rammstein-Fans leichte Unterhaltung, für alle anderen eine sympathische, kleine Künstlerbiografie.

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