Marie: „Lebensaktiv? Das bin ich immer.“

 

Gehört hatte ich von ihr bereits: „Marie Lu Ku“, wie sie sich selbst bei Facebook nennt. Im wahren Leben Marie-Luise Kutzer, 20 Jahre jung und Studentin der Anglistik und Germanistik in Greifswald. Durch eine dem Interview vorangegangene Recherche war mir bereits bekannt, dass sie sich schon länger im JMMV engagiert. Wir gehen durch das heute eher kalte Schwerin, auf der Suche nach einem windstillen Ort, an dem wir unser Interview beginnen können.

Am Pfaffenteich angelangt, frage ich sie zuallererst, wie sie zum JMMV gekommen ist. Marie erzählt mir, dass sie an ihrer ehemaligen Schule Redakteurin der Schülerzeitung war und mit dieser an einem Wettbewerb teilnahm, den der Jugendmedienverband organisiert. Seitdem ist sie ein aktives Mitglied und offiziell zuständig für Öffentlichkeitsarbeit – inoffiziell für die Abteilung Alkohol. Auf die Frage hin, warum sie sich entschieden hat, sich zu engagieren, erklärt sie mir: „Ich wollte schon immer was mit Medien machen und hatte Lust am kreativen Schreiben. Deswegen war ich Teil der Schülerzeitung und deswegen bin ich zum JMMV.“

Es ist Maries erstes Mal bei filmab!. Wie viele ist auch sie kein Freund der heutigen Hollywood-Blockbuster, die ja doch immer wieder nur eine der etlichen Möglichkeiten darstellen, wie unsere Welt zugrundegehen könnte. Eher, sagt sie, interessiere sie sich für Verfilmungen von guten Büchern und künstlerisch anspruchsvollen Filmen. „Langsam juckt es mir auch schon in den Fingern – ich will endlich wieder was schreiben“, berichtet Marie mir, als ich sie frage, warum sie sich entschieden hat, bei filmab! mitzumachen und auf was sie sich in dieser Woche besonders freut. Während sie das erzählt, spürt man ihre Begeisterung für’s Schreiben. Ich kann mich nicht dagegen wehren, mich ein wenig anstecken zu lassen von ihrer Vorfreude.

„Gibt es für dich schwierige Themen, bei denen es dir schwerfallen würde, dazu eine Rezension zu schreiben?“ lautet meine nächste Frage daraufhin. Die Antwort ist schwieriger als gedacht. Grundsätzlich, so sagt sie, muss ein Film nicht schwierig sein, nur weil er ein schwieriges Thema behandelt. „Soziale Tabus, Moral und Ethik, Sachen zu denen man sich noch keine klare Meinung gebildet hat, das sind für mich schwierige Themen. Dennoch finde ich: Wenn dich ein Film bewegt, gibt es immer eine Menge, die man dazu schreiben kann.“, so ihre Aussage. Nach dieser Frage vermeiden wir das ziemlich mies zu definierende Wort „schwierig“.

Eigentlich wollte ich mein Interview mit der Frage nach Maries persönlichem Gewinner des Kurzfilmwettbewerbs enden lassen, aber sie kann keine eindeutige Entscheidung fällen. Während ich ihr all diese Fragen stelle, hat sich unsere Umgebung mehrfach geändert, immer wieder wurden wir von irgendwas umgetrieben und flüchteten vor Wind und Menschen. Schlussendlich kann ich nur bestätigen, was man mir sagte. Ich hatte ja schon von ihr gehört.

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