Göttliche Befruchtung?
[die jungen Wilden „Headlock“]

Ausgegrenzt, ausgelacht und kein Ausblick auf Besserung. Der Schulalltag wird für Nathan zum Alptraum. Kein Wunder, dass seine Träume fernab der Realität stattfinden.

Headlock
HFF Konrad Wolf

Die 19-jährige Susanne (Cornelia Kwanka) gerät in Panik. Die Wehen haben plötzlich eingesetzt. Unvorbereitet hastet sie in die Notaufnahme. In ihrer Aufregung sieht sie die Geburt Nathans (Christopher Kwanka) als Offenbarung. Er habe eine Bestimmung und werde Großes leisten. Zwölf Jahre später ziehen die beiden nach Berlin, um neu anzufangen. Die Beziehung mit einem französischen Poeten gibt Susanne neue Hoffnung. Sie bemerkt dabei nicht, wie schwer der Anschluss für Nathan in seiner neuen Klasse ist. Nathan ist ein blasser, schmächtiger und zurückhaltender Junge, dessen einzige Vorherbestimmung es ist, von seinen Mitschülern angespuckt zu werden. Er wird schikaniert, ausgegrenzt und gedemütigt. Seine schulischen Leistungen entsprechen bei weitem nicht dem geforderten Niveau für das Gymnasium, weshalb die Versetzung auf eine Sonderschule droht. Nun muss die allein erziehende Mutter mit ihrem Sohn um Anerkennung und einen Platz im Leben kämpfen.

„Headlock“ (Regie: Johan Carlsen) thematisiert die Integrationsprobleme eines ungewöhnlichen Mutter-Kind-Gespanns. Die tristen Alltagsbilder, ob aus dem grauen Plattenbau oder der Schule, sorgen für eine düstere, eintönige und sehr langatmige Stimmung. Der Wunsch, etwas Besonderes zu sein, äußert sich in Szeneneinblendungen, in denen Nathan denkt zu fliegen oder in einem himmlischen Licht erstrahlt. „Headlock“ wurde mit dem „new berlin film award“ als bester mittellanger Film ausgezeichnet.

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