Es ist doch immer Wochenende
[die jungen wilden „Dicke Mädchen“]

Jeden Tag aufs Neue muss Sven seiner Mutter die Welt erklären. Die Krankheit ist schuld daran, dass Edeltraut manchmal nicht mehr weiß, dass sie Svens Mutter ist. Doch zum Erinnern hat sie ja Daniel.

Film Dicke Mädchen
Foto: Filmstill

Es ist 6:45 Uhr. Wie jeden Morgen wacht Edeltraut Ritter in der Sorge (Ruth Bickelhaupt) auf, zu spät zu kommen. Neben ihr im Bett liegt ihr Sohn Sven (Heiko Pinkowski). Er erklärt ihr, es sei Wochenende. Wie jeden Morgen. Edeltraut ist dement. Sven Ritter lebt allein mit seiner Mutter. Wenn er tagsüber in der Bank arbeitet, kümmert sich Daniel (Peter Trabner) liebevoll um sie. Eines Tages haut die eigensinnige Seniorin ab. Auf der Suche nach ihr entdecken Sven und Daniel zärtliche Gefühle füreinander. Plötzlich ist nichts mehr wie zuvor.

„Dicke Mädchen“ lautet der Titel von Axel Ranischs Beitrag für die neue Reihe „die jungen wilden“, der dem Zuschauer einen distanzlosen Einblick auf das Leben mit Demenz gewährt. Dabei steht nicht die Krankheit im Vordergrund, sondern das Leben der Protagonisten und ihre Beziehung zueinander. Dialoge sind improvisiert, ein festes Drehbuch gibt es nicht. All das macht das Geschehen spürbar für den Zuschauer. Gedreht allein mit einem MiniDV-Camcorder war der komplette Film innerhalb von 3 Monaten fertiggestellt.
Ruth Bickelhaupt begeistert mit ihrer authentischen Darstellung, vor allem vor dem Hintergrund, dass sie erst vor wenigen Jahren mit der Schauspielerei begann. Heiko Pinkowski und Peter Trabner gelingt es trotz minimalistischer Mimik und Gestik die diffizile Entwicklung der Beziehung zwischen Sven und Daniel erkennbar zu machen. „Dicke Mädchen“ als Filmtitel ist dabei die passendste Wahl um die durchweg frohe Stimmung einzufangen, die zum Schmunzeln bringt.

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