Das Leben lebt [SF „Wie man leben soll“]

Wie hat man Sex mit einer Frau, wenn man die 100 kg schon lange überschritten hat? Was studiert man, wenn man nichts kann? Wie soll man leben?

Wie man Leben soll
Foto: Luna Filmverleih

Charlie Kolostrum (Axel Ranisch) lebt in Wien und hat gerade sein Matura bestanden. Nun heißt es, einen Studienplatz zu finden und endlich raus von Zuhaus. Doch der 128 Kilo schwere Teenager ist anders als die anderen. Er schnorrt sich sein Startkapital bei Verwandten zusammen, ist ein „Sitzer“. Er beginnt ein Studium in Kunstgeschichte, aber nur weil ein Berater es ihm empfiehlt. Ein neuer Lebensabschnitt beginnt, und Charlie muss herauszufinden, „wie man leben soll“.

Die österreichische Komödie wartet mit vielen kreativen Animationen auf. Sie wird von passenden, eigens von Florian Horwarth komponierten Liedern umrahmt. Einprägende Lyrics wie „I want you so much more on the kitchen floor“ ziehen sich durch das ganze Werk. Der Protagonist wird ausgezeichnet von Axel Ranisch gespielt, doch erinnert in seinen Wesenszügen zu sehr an den „Big Lebowski“. Die Dialoge werden alle im österreichischen Dialekt gesprochen. Dieser ist für Ungeübte teils nicht zu verstehen und trübt das Filmvergnügen.
Der Zuschauer kann Charlies Reifeprozess leicht mitverfolgen. So werden die Lektionen eingeblendet, die Kolostrum für sich als Erfahrung verbucht. Mit viel Witz und Ironie lehrt er uns beispielsweise: „Ist man dick, hat unreine Haut und trägt eine Brille, so ist es angebracht, nicht die Klassenschönste zu wählen.“
„Wie man leben soll“ gelingt es, fabelhaft zu unterhalten. Die komischsten Szenen sind die Tagträume Charlies, in denen er meist als Superheld auftritt. Denn wer findet sich nicht schmunzelnd in Situationen wieder, in denen man denkt: „Was ist, wenn ich mit der und der Idee zu ‚Wetten, dass..?‘ gehe?“

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