Anna – Künstlerin mit starkem Willen

 

Wir wollen raus. Anna will eine rauchen und ich will an die frische Luft. Über Anna weiß ich, dass sie einen weitgefächerten Musikgeschmack von K.I.Z. über Rise Against bis Wolfgang Petri hat. Sie arbeitet in Dreilützow. Bei Facebook haben wir drei gemeinsame Freunde. Am Pfaffenteich angekommen, will ich mehr von ihr wissen.

Anna, was sind drei  Dinge, die ich nicht auf deinem Facebook-Profil über dich erfahre?
Dass ich rauche. (lacht)
Drei wichtige Dinge, die etwas über dich aussagen, bitte.
Dort steht nicht, was ich arbeite, wie alt ich bin und was meine Interessen sind.

Anna ist 19 Jahre alt und macht zurzeit ein Freiwilliges Soziales Jahr der Kultur im Schloss Dreilützow, einem Schullandheim mit Bildungs- und Begegnungsstätte. Was ihre Interessen sind, kann sie erst nicht so genau sagen.

Meine Interessen stehen dort nicht, weil ich einfach glaube, dass das niemanden interessiert. Ich finde es auch schwer zu beschreiben, ‚Hobbies‘ ist für mich auch ein ganz schlimmes Wort. Wenn ich Zeit finde, dann lese ich etwas und ansonsten versuche ich, Kunst in mein Leben zu integrieren. Aber im Moment ist mein Kopf so voll, ich bin total unkreativ. Deswegen habe ich im Moment keine anderen Interessen außer Atmen und Schlafen (lacht). Und Rauchen und Bier trinken.

Wie willst du nach deinem FSJ Kunst in deinem Leben integrieren?
Eigentlich wollte ich Kunst studieren, fand mich aber nicht talentiert genug. Deswegen studiere ich Soziale Arbeit und mache danach etwas in Richtung Kunst, Ausbildung zur Kunsttherapeutin oder Kulturpädagogin. Ich bin mir noch nicht sicher.

Bleiben wir doch bei der Kunst. Anna freut sich, zum ersten Mal beim Filmkunstfest live dabei zu sein, endlich Zeit für Filme zu haben und quasi gezwungen ist, die Filme wirklich anzusehen, um darüber zu schreiben.

Nachdem wir gestern schon einige Kurzfilme gesehen haben: Ist das ungefähr das, was du dir vorgestellt hast untern dem Filmangebot auf dem Festival? Oder hat es dich eher abgeschreckt?
Kurzfilme finde ich sowieso immer recht schwierig. Ich hatte auch schon Angst, dass das Filmkunstfest schwierig wird wegen der Filmauswahl. Aber bis auf einen verwirrenden, schnellen Dokumentarfilm, der mich ziemlich erschlagen hat, geht’s eigentlich (lacht). Auch, wenn die meisten Filme traurig waren: Ich glaube, es ist zu bewältigen.

Von den anderen Filmen erhofft sich Anna, dass sie etwas weniger traurig werden. Gespannt ist sie auf den Film „Hannes“, erzählt aus der Sicht eines 5-Jährigen.

Ich mag eher Dokumentarfilme. Filme, die mehr in die Kunst-Richtung gehen und bei denen man nicht mehr wirklich weiß, worum es geht, die finde ich immer schwierig.

Also Kunst ja, aber nicht im Film?
Ja, schon. Kunst ist schwierig manchmal, ähnlich wie in der Austellung im Dom, auf der wir gestern waren. Wenn man nicht genau weiß, was dahinter steht oder was es bedeuten soll, dann  ist es schwer.

Jetzt weiß ich: Anna macht lieber selbst Kunst. Zeit, wieder ins Büro zu schlendern.

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