Zwischen Original und Abbild [Ausstellung „Simulacrum“]

Das Schleswig-Holstein-Haus präsentiert Fotografien und Dokumentaraufnahmen des israelischen Künstlers Amir Yatziv.


Ist es nun wirklich noch etwas Besonderes, wenn sich ein Israeli dazu entscheidet in Deutschland zu leben? Im Werk des 1972 in Haifa geborenen Amir Yatziv, der mittlerweile in Berlin arbeitet, spielt dies jedenfalls nur eine indirekte Rolle: Er dokumentiert in seiner Videoinstallation „ARBEIT MACHT FREI“ die polnische und israelische Anfertigung zweier detailgetreuer Kopien der besagten nationalsozialistischen Schilder, unter denen die Deportierten von Sachsenhausen, Auschwitz und Dachau während des zweiten Weltkriegs in die Konzentrationslager geführt wurden. Parallel dazu können die Besucher großformatige Detailfotografien von Yatziv bestaunen, die die Roststellen an dem Originalschild künstlerisch arrangieren.
Nur eine Tür weiter hallen Schüsse durch die Ausstellungsräume: Der Dokumentarfilm „Antipodes“ zeigt die jährlich stattfindenden Reenactments historischer Kriege in europäischen Wäldern. Begleitet von einem melancholischen Geigensolo wird der Zuschauer in einen – wenn auch nicht sehr geschichtstreuen - Kampf israelischer Soldaten gegen die deutsche Wehrmacht verwickelt. Ein ähnliches Thema umfasst schließlich der dritte exponierte Dokumentarfilm namens „Compressed Ceramic Powder“, in dem junge Israelis in nachgestellten Kriegserlebnissen dem Mythos der Selbstopferung nacheifern.

Neben der aktuellen Ausstellung „Simulacrum“ wird am 3. Mai außerdem im Schleswig-Holstein-Haus die Fotoausstellung „Abraham war Optimist“ mit Bildern von Manuela Koska-Jäger eröffnet.

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