Verlobung, Alder! [KF „517 Füwatown“]

„Ick sachs immer wieder jerne: Beethoven hat gesagt, halt dich fern von Frauen und Alkohol. Sie nehmen dir allet, geben dir aber nüscht. Vertrau auf die Musik, sie verrät dich nie.“

Romano und seine Crew leben in Fürstenwalde und sind echte Gangsterrapper. Gemeinsam sprechsingen sie über ihre Battles, philosophieren über das Leben oder hängen einfach nur zusammen ab. Ganz zum Missfallen von Romanos schwangerer Freundin. Leider können die angeregten Diskussionen – oder eher: lauten Streitgespräche – mit seiner neurotischen Sylvanna nicht die Differenzen und unterschiedlichen Sichtweisen klären. Aus diesem Grund kocht er extra für seine Freundin ein Entschuldigungsessen, dabei entsteht ein kleiner Freestyle-Rap: „Ich guck die Töpfe an und seh Kartoffeln. Ich weiß es ganz genau, denn ich hab keine Pantoffeln. Ich bin wie eine Karotte: gelb oder braun. Ist mir scheißegal, darauf stehen viele Frauen.“ Auch dieses Beziehungsproblem wird mit seiner Clique diskutiert. Romano muss abwägen und sich entscheiden: Liebe oder Liebe zur Musik?

Der dokumentarische Kurzfilm „517 Füwatown“ bedient das klassische Rapper-Bild, aber auf eine äußerst amüsante und unterhaltsame Weise. Es bleibt bloß die Frage, inwiefern Jakob Schmidt wollte, dass man die Gang aus der brandenburgischen Provinzstadt ernst nimmt. Schließlich ist es eine Dokumentation – bloß im 12-Minuten-Format. Die Kameraführung erinnert an eine Reality-Soap, die aneinandergereihten Neubauten kristallisieren die so häufige Perspektivlosigkeit heraus. Trotz allem: Ein fetter Kurzfilm, jo!

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