Traum(a)-Landschaften [SF „Mein Prinz. Mein König.“]

Wie geht ein junger Mensch damit um, wenn der Stiefvater ihn peinigte? „Mein Prinz. Mein König.“ wagt berührende Einblicke in ein unerwartetes Wiedersehen.

„Wir boxen, bis wir trotzen!“ Mit dieser Einstellung lässt Ritch (Johannes Moss) seinen Aggressionen im Boxring freien Lauf. Traumatisiert von der sexuellen Gewalt, die er von seinem Stiefvater Maik (Dale Rapley) erfahren musste, flüchtet er sich in eine surreale Traumwelt, wo aus Sumpflandschaften Ritter und Pferde entspringen. Das plötzliche Ende seiner Kindheit und die Verarbeitung der Gewalttaten zeigen fesselnde Bilder. Dem Zuschauer wird ein Einblick in die Psyche eines jungen Menschen gewährt, der Opfer einer sexuellen Gewalttat wurde. Zerrissen und getrieben zwischen haltlosem Egoismus und permanenten Aggressionsattacken versucht Ritch, das Trauma seiner jungen Jahre zu verarbeiten. Rastlos getrieben zwischen Kindsein und Nichtsein spielt ihn der Zufall wieder in die Arme seines Stiefvaters Maik…

Mit beeindruckenden Kamera- und Lichteinstellungen schafft es der Züricher Regisseur Ciril Braem Tscheligi, die ständige Unausgeglichenheit des jungen Boxers einzufangen. In Ritchs Träumen herrscht stattdessen die Friedlichkeit der Stille: Die Zeitlupe fängt auf monotone Art das unrealistische Farbspiel ein, doch täglich weckt ihn das gleißende Licht der harten Realität.

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