Schwarz + Weiß = Zebra [SF „Schlafkrankheit“]

Unendliche Weite der Savanne, rosa Sonnenuntergänge. So stellen wir uns Afrika gerne vor. Doch „Schlafkrankheit“ zeigt ein ganz anderes Bild.

Wohin gehen die Hilfsgelder für Entwicklungshilfe in Afrika? Wer profitiert davon? Und wie kommt es, dass traditionelle Kleider „Made in China“ sind? Korruption, Gier und der kulturelle Verlust ursprünglicher Traditionen stehen im Vordergrund von „Schlafkrankheit“, dem dritten Spielfilm von Ulrich Köhler.

Nach 20 Jahren Entwicklungshilfe in Kamerun beschließt Ebbo Velten (Pierre Bokma) auf Wunsch seiner Frau Vera, wieder nach Deutschland zurückzukehren. Vera und Tochter Helen fliegen voraus. Doch Deutschland ist längst nicht mehr Ebbos wahre Heimat… Zeitsprung, drei Jahre später: Alex Nzila (Jean-Christophe Follay), ein junger schwarzer Mitarbeiter der WHO, ist damit beauftragt, Velters Arbeit als Entwicklungshelfer zu überprüfen. Vor Ort trifft er auf schockierend heruntergekommene Zustände in einem übergroßen Hühnerstall, der mit nur einem Patienten „Krankenhaus“ genannt wird.
Hoffnungslosigkeit thematisiert die Ähnlichkeit der zwei Figuren Alex und Ebbo: Nzila fühlt sich trotz seiner familiären Wurzeln in Afrika nicht heimisch, während Velten im Gegenzug krampfhaft versucht sich anzupassen.

Die wenig beleuchteten Tatsachen werden mit dem Spiel von Licht und Schatten verdeutlicht, ein Großteil ist in halbdunkler Taschenlampenatmosphäre gedreht. Der oft oberflächlich angerissene Gefühlszustand der Protagonisten unterstreicht diese Empfindung. Doch hinterlassen die widersprüchlichen Bilder bleibenden Eindruck auf die Zerrissenheit eines ganzen Kontinentes.

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