Roberta in Familientherapie [Halbstark „Fliegende Fische müssen ins Meer“]

Haben Sie Hobbys? „ Geld ausgeben, Leute verärgern, Kinder vernachlässigen und mich selber.“ – das ist Roberta. Und ihre Kinder müssen das schnell ändern.

Die 15-jährige Nana Meiringer (Elisa Schlott) lebt mit ihrer neunjährigen Schwester Tatjana (Lou Haltinner), ihrem fünf Jahre alten Bruder Toto (Joseph Sunkler) und der schlimmsten Mutter, die man haben kann, zusammen in einem Kaff. Roberta (Meret Becker) hat keinen Beruf gelernt und leider auch nicht, wie man Männer auf Dauer behält. Sie trinkt viel und schläft mit vielen – nur leider nicht so oft zu Hause. Währenddessen liest Nana ihrem kleinen Bruder Nachtgeschichten aus dem Lexikon der Krankheiten vor und kocht besser als es ihre Mutter jemals könnte.
Das Problem: Roberta hat nach einem nächtlichen Bad ihr Oberteil verloren und läuft nur dem knappen Rock bekleidet an der Hauptstraße nach Hause. Resultat: Das Jugendamt setzt der Mutter eine Frist, ihr Leben in drei Monaten zu „normalisieren“. Ansonsten sind die Kinder weg. Dass das schon einmal daran scheitern könnte, dass diese Familie nun mal nicht „normal“ ist, liegt auf der Hand.

Der Film von Güzin Kar, der Drehbuchautorin der „Wilden Hühner“, unterscheidet nicht groß zwischen Träumereien und wirklichem Geschehen. Er ist verspielt, lebendig und um kein Wort verlegen. Doch „halbstark“ ist dieser Film von seiner Qualität her nicht, auch wenn er in diese Kategorie einsortiert wurde und deshalb für „Teens“ ist. Nana ist kein typischer Teenager und diese Einsortierung wurde natürlich von Erwachsenen vorgenommen. Eins sollte gesagt sein: Diese Familienkomödie hat andere Filme für „Erwachsene“ längst überholt. „Fliegende Fische müssen ins Meer“ ist etwas für Zuschauer, die das Chaotische, Liebevolle, Farbenfrohe und Warme lieben.

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