Rabbi im Blitzlicht [Ausstellung „Abraham war Optimist“]

„Lebe wie ein guter Mensch und sei kein Schuft. Das ist meine Religion.“

Die Räume des Schleswig-Holstein-Hauses sind Dienstagabend proppenvoll. Überall warten Besucher darauf, die neue Ausstellung der Fotografin Manuela Koska-Jäger bestaunen zu können. Etwas versteckt dazwischen steht auch der Mann, um den es hier geht: Rabbiner William Wolff. Unter dem Titel „Abraham war Optimist“ exponiert Koska-Jäger dort sowohl Schwarzweiß- als auch farbige Fotografien, die den Landesrabbiner in seiner Kindheit, während der Vorbereitung der jüdischen Festtage, in Begleitung seiner Gemeinde und in vielen anderen Momenten zeigen. Begleitet von dem warmen Klang eines Trompetensolos tummeln sich die Gäste um die zahlreichen Werke und blicken fasziniert auf die Abbildungen dieses kleinen, älteren Mannes.

William Wolff ist zu Recht Mittelpunkt der Aufmerksamkeit: Seine viel zitierte bescheidene Art kann nicht verbergen, was für ein herzlicher Mann er ist. Und obwohl Koska-Jägers Bildreportage einen wunderschönen, sehr persönlichen Eindruck von dem Rabbiner vermittelt, muss man diese laufende Gutmütigkeit einmal erlebt haben, um zu verstehen, mit was für einem besonderen Menschen man es hier zu tun hat. Die Fotografien sind umrandet von längeren Passagen, die das Leben des Rabbiners einmal genauer unter die Lupe nehmen. Man könnte aber auch sagen, dass es sich hierbei um philosophische Lebensweisheiten in einem komprimierten Format handelt. Viele Besucher verlassen die Ausstellung vertieft in einem angeregten Gespräch. Was noch lange nachhallt, ist die kollektive Bewunderung für diese Persönlichkeit.

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