„Nummer 73804, mitkommen!“ [SF „Die verlorene Zeit“]

„Ich dachte, ich hätte mit der Vergangenheit abgeschlossen.“ Aber es ist nie zu Ende. Die Erinnerung reißt tiefe Narben auf. Besonders, wenn Liebe im Spiel ist.

Entscheidungsträchtige Momente: Ein letzter Brief an Tomasz. Kein Adressat. Kein Absender. Tut sie das Richtige? Bedenken. Sie geht. Mit „Die verlorene Zeit“ erzählt uns Anna Justice eine bewegende Liebesgeschichte zweier zerrissener Schicksale.
Das Geschehen setzt im Jahr 1944 ein. In einem polnischen Konzentrationslager lernen sich Tomasz Limanowski (Mateusz Damiecki), ein politischer Häftling, und die Jüdin Hannah Silberstein (Alice Dwyer) kennen. Die Romanze in Zwängen faschistischer Repressalien scheint schier unmöglich. Doch Hannah ist schwanger und Tomasz hat bereits eine Flucht geplant. Die abenteuerliche Aktion gelingt, doch in den Wirren der Verfolgung müssen die beiden auseinander gehen.
Erst 1976 erfährt Hannah von Tomaszs Überleben. Trotz des Wohls ihrer situierten Familie in New York drängen sich Hannahs unterdrückte Gefühle wieder zum auflebenden Vorschein.

„Die Erinnerung kommt nie als Ganzes. Sie ist von Anfang an zerrissen.“ – Hannahs Tagebucheintrag wird zum leitenden Kanon der Geschichte. Dem Zuschauer werden überschneidende Rückblenden geboten; die Vergangenheit wird umwoben von düsterer, kontrastarmer Farbigkeit. Die Tatsache, dass der Film auf wahren Begebenheiten beruht, schärft die Aufmerksamkeit. Man sucht nach sensiblen Schlüsselszenen. Hannahs willenlose, melancholische Ader verleiht der Handlung eine ernste Spannung. Verborgen in der Nostalgie ihres Schicksals möchte sie von niemandem verstanden werden. Und der Zuschauer wird zwangsläufig alles daran setzen, ihren wehmütigen Zustand nachvollziehen zu wollen.

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