Mach’s dir selbst! [Dok „Noise & Resistance“]

Auch die Individualisten sind untereinander alle gleich.

Antisexismus. Antirassismus. Antiatomkraft. Antiomnivorismus. Anti, anti, anti und gegen das System und wider der Unterdrückung und für die Gerechtigkeit und alle sollen frei sein! Oi!
Die Erkenntnis, dass es in dieser Welt verdammt viele Missstände gibt, ist nicht neu. Die „Do it yourself“-Bewegung (DIY) zur Problembeseitigung eben dieser ist es genauso wenig. Spätestens seit den 70er Jahren ist sie mit der Punk-Kultur verbunden wie „Sex“ mit „Pistols“.

Die Dokumentation „Noise & Resistance“ von Francesca Araiza Andrade und Julia Ostertag führt zurück zu den Anfängen einer (musikalischen) Szene, deren Anhänger lieber als Aktivisten bezeichnet werden sollten. Lebende Legenden des CRASS-Kollektivs, Hausbesetzer und Antifaschisten kommen zu Wort und erklären, was ihnen Punk und DIY bedeutet. Die beiden jungen Filmemacherinnen nehmen den Zuschauer mit auf eine Reise durch die halbe Welt. Irgendwie scheinen überall ein ähnlicher Anblick und dieselbe Auffassung zum Thema zu existieren. Das mag ja die oft erwähnte große Gemeinschaft der DIY-Bewegung belegen, führt aber auch zu einer allmählichen Ermüdung innerhalb des ersten Filmteils.
In den zweiten 45 Minuten gewähren Andrade und Ostertag dagegen einen sehr gut recherchierten Einblick in aufregende Subsubsubkulturen und veranschaulichen, gegen welche realen Probleme die Punk- und DIY-Aktivisten besonders in Russland heute kämpfen. Dass die (Live-) Musik dabei nie zu kurz kommt, ist selbstverständlich: „Maybe music can’t change people’s opinions, but it can be like a soundtrack!“

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