Lass uns Dummheit konsumieren [SF „Silberwald“]

Sascha weiß nicht, was er will, was er kann und wofür die 88 auf dem Feuerzeug steht, das er im Wald gefunden hat.

Trinken, rauchen, kiffen, zocken oder mit dem Mofa durch den Schnee driften. Der Dorfalltag von Sascha (Saladin Dellers) und seinen beiden Freunden Patrick (Naftali Wyler) und Markus, genannt Moni (Basil Medici), bietet ein Bild der Trostlosigkeit. Die scheinbar typische Nullbockphase, die man eben so hat, wenn die Schule fertig ist und die Perspektive fehlt. Sascha ist faul, hilft seiner Mutter nicht, ist schnell gereizt und sucht die Auseinandersetzung – selbst mit seinen Freunden. Die Berufsberatung und das fehlende Geld nerven ihn. Nur die abendlichen Zerstörungsstreifzüge mit den Kumpels versprechen gute Laune.
Plötzlich braucht Sascha dringend Geld. Er fängt als Holzfäller an und entdeckt, dass ihm der Wald und die körperliche Arbeit besser liegen als vieles andere zuvor. Bis zu dem Tag, als die drei Freunde diese Holzhütte im Wald entdecken: Dort, wo laute Nazipartys steigen, versprechen sie, niemanden davon zu erzählen und auf keinen Fall wiederzukommen. Doch von Neugier angetrieben kehren sie zurück.

Christine Repond verpackt in ihrem 90-minütigen Spielfilmdebüt mit dem poetischen Namen „Silberwald“ eine Menge Klischeethemen. Klischees, von denen man oft hört, die aber leider auch häufig zutreffen. Doch dieser Film ist nicht oberflächlich. Aus den jungen Gesichtern sprechen Orientierungslosigkeit, Aggressionen und das Gefühl, nichts auf die Reihe zu bekommen. Auf seine ganz eigene Art zeigt „Silberwald“ Natur: Ein atemberaubender Moment, wenn auf der Leinwand ein riesiger Baum fällt, mitten im Winter, so dass Schneemassen den Zuschauer gleich zu bedecken drohen.

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