Lass sie doch reden [cinema of the world „Couscous mit Fisch“]

Slimane verliert seinen Job, aber nicht seine Familie. Er will etwas schaffen, dort am Hafen auf einem Kutter. Und zwar mit Couscous und Fisch.

Slimane Beiji (Habib Boufarès) arbeitet im Hafen. Durch sein Alter ist er nicht mehr der Schnellste. Trotz der langen 35 Jahre, die er auf der Werft gearbeitet hat, ist er nun endgültig weg vom Fenster: Er verliert seinen Job. Mit seiner neuen Frau und deren Tochter lebt Slimane über einem Hotel. Die Großfamilie, die er einst von Tunesien mit nach Frankreich brachte, liebt und pflegt Slimane nach wie vor: Seinen Töchtern bringt er täglich frischen Fisch mit. Seine Ex-Frau will keinen mehr, da sie Geld viel mehr gebrauchen könnte. Doch alle – egal, ob zerstritten oder nicht – lieben den unnachahmlichen Couscous der Mutter.
So kommt Slimane auf eine Idee: Einen alten Kutter als Restaurant umbauen und dort Couscous mit Fisch zu servieren. Die Unzufriedenheit der anderen mit ihren Jobs und der starke Zusammenhalt untereinander sollen es zu einem Familienunternehmen machen. Dann kommt der Tag des großen Festes und mit ihm der Höhepunkt aller Spannung des Momentes, der Beziehungen untereinander und der Musik.

„Couscous mit Fisch“ – ein Film, der mit übermäßig vielen Menschen und übermäßig ausschweifenden Dialogen leider über die ertragbare Länge hinausgezogen wird. Das atmosphärische Portrait einer nordafrikanischen Familie ist Abdellatif Kechiche eindeutig gelungen. Daran bleibt bei der Mischung aus Musik, Essen, Temperament und den Schauspielern kein Zweifel. Hier wirkt tatsächlich alles echt: die Ungereimtheiten zwischen der alten und neuen Familie von Slimane, die zerbrochene Ehe seines Sohnes und die übertriebene Aufregung seiner Tochter, dass ihr Kind nicht auf den Topf geht, obwohl sie es täglich mit ihm übt. Und was macht Slimane? Er lässt sie reden, er schweigt, vielleicht hört er ja sogar zu…

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