Kopflos, herzlos, geschmacklos [NDR-special „Schenk mir dein Herz“]

“Schenk mir dein Herz“ – oder wie wäre es mal mit Gehirn? Triviale Musik-Liebesdrama-Komödie.

Stell dir vor, du könntest die letzten 10 Jahre deines Lebens vergessen. Die Fehler, die du gemacht hast; die Entscheidungen, die du getroffen hast; und die Menschen, die du kennengelernt hast. Und dann wachst du auf und alles ist … weg.

Als Schlagerstar Alexander Ludwig (Peter Lohmeyer) von seiner exzessiven Lebensweise eingeholt wird, erleidet er einen Herzinfarkt, wodurch sein Gehirn für eine längere Zeit mit Sauerstoff unterversorgt wird. Die Folge ist eine massive Gedächtnisstörung – er hat sein Kurzzeitgedächtnis verloren und dazu sind auch die letzten 10 Jahre komplett ausgelöscht: Seine Riesenerfolge in der Musikszene, oder dass er seine Ex-Frau Edda samt Kind für die jüngere Maria (Mina Tander) verlassen hat. Doch was er nicht verloren hat, sind seine Arroganz und sein flippiger Kleidungsstil. Um sein Gedächtnis wiederaufzubauen, wird er in eine Reha-Klinik eingewiesen, wo er den pensionierten Jazzpianisten Heinrich (Paul Kuhn) kennenlernt. Alexander schlägt eine ganz neue Richtung in der Musikwelt ein. Und auch in Herzensangelegenheiten soll es Schwierigkeiten geben…

Der ganze Film scheint in seinen einzelnen Szenen mit dem Gesamtbild des typischen deutschen Happy-End-Streifens zu harmonieren – bloß nicht Peter Lohmeyer in seiner Rolle als Herzensbrecher. 89 Minuten seichte, flache Unterhaltung. Wer allerdings Tiefe und künstlerischen Anspruch sucht, ist bei der NDR-Produktion „Schenk mir dein Herz“ deplatziert. Ein Kinoerlebnis zum Berieseln und Nicht-nachdenken-Müssen.

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