Klaus hat, hmh… ehm… Demenz [SF „Vergiss dein Ende“]

„Vergiss dein Ende“ – so trostlos und traurig wie die Krankheit selbst, die in diesem Familiendrama thematisiert wird.

Liebevoll legt Hannelore (Renate Krößner) ihre Hand auf Klaus‘ (Dieter Mann) Hand. „Du hast dich doch so gefreut, dass Maik und Steffi kommen!“ Sie führt die Gabel zum Mund ihres 69-jährigen Mannes, doch der spuckt das Essen sofort wieder aus. „Du dumme Sau, du!“
Was im ersten Moment nach Beziehungsdrama klingt, ist letztendlich die Geschichte einer hilflosen Ehefrau, die sich seit 4 Jahren um ihren demenzkranken Mann kümmert und am Ende ihrer Kräfte ist. Doch „weggeben“ möchte sie Klaus nicht. Verzweifelt flüchtet sie sich also in die Arme ihres schwulen Nachbarn Günther. Es entsteht eine Zweckgemeinschaft – Hannelore handelt, wie so oft, impulsiv und entflieht in Günthers Ferienhaus am Meer. Sie lässt ihren Mann alleine mit Sohn Maik (Joe Rilla) stehen, der sich liebevoll um seinen Vater kümmert. Der am Anfang noch eher abgewandte Günther entwickelt sich schnell zu einem Gleichgesinnten – schließlich haben beide einen Menschen verloren, den sie liebten.

Untermalt wird Andreas Kannengießers Spielfilm mit minimalistischen Gitarrenklängen, passend zum reduzierten Filmstil. Durch die interessanten Kameraeinstellungen entsteht jedoch ein ganz neuer Blickwinkel – auch auf die Krankheit. Die Krankheit, die jeder kennt, und über die man doch nicht wirklich Bescheid weiß. Das Drama gestaltet sich ähnlich trostlos, traurig und monoton wie die Demenz selbst: grau mit vereinzelten Sonnenstrahlen. Aber ist es überhaupt möglich, einen nicht-freudlosen Einblick in diese Krankheit zu geben?

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