In die Jahre gekommen [Lesung „Früher war ich Filmkind“]

„Waren Sie nicht… der kleine Alfons Zitterbacke?“

Am Freitagabend bot das Schleswig-Holstein-Haus seinen Gästen die Möglichkeit, ein wenig in ihren Kindheitserinnerungen zu schwelgen. Kein Geringerer als Knut Elstermann – der gute Geist des filmkunstfestes – las aus seinem Buch „Früher war ich Filmkind. Die DEFA und ihre jüngsten Darsteller“ vor. In diesem portraitiert Elstermann die Geschichten von 14 Frauen und Männern, die einst die Hauptrolle in einem DDR-Kinderfilm inne hatten. Was hat diese Kinder ausgezeichnet? Wie verliefen die Dreharbeiten? Und – das ist eigentlich die spannendste Frage – was machen die Darsteller von damals heute? Die goldene (wenn auch ungeschriebene) Regel der DEFA besagte, dass keines der jungen Talente nach einem Kinoerfolg eine weitere Hauptrolle spielen sollte. Unschuldige Kinderschicksale würden so nicht zu weltfremden Jungstars verkommen. Einige der Nachwuchsschauspieler wie Charles Brauer haben es trotzdem längst zu großen Filmstars gebracht, während andere das Leben im Blitzlichtgewitter nicht weiter verfolgten.

Elstermann sprach für sein Buch mit den (mittlerweile nicht mehr ganz so kleinen) Schauspielern von früher, den Regisseuren und den Betreuern, die die Kinder am Set damals begleiteten, und arbeitete gemeinsam mit ihnen ihre Geschichte auf. Herausgekommen ist nicht nur ein Streifzug durch 40 Jahre DEFA-Produktionen, sondern auch eine von sehr persönlichen Eindrücken gezeichnete Darstellung über Klassiker der DDR-Filmgeschichte wie „Der kleine Muck“, „Irgendwo in Berlin“ oder „Die dicke Tilla“. Ach, weißt du noch, früher…

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