Ich bin anders, was bist du? [KF „Antimathilde“]

Voller Neid beschließt die unansehnliche Mathilde, ihr Leben selbst in die Hand zu nehmen. Dabei wird ihr klar, dass die Anderen auch anders sind.

Mathilde (Annika Jung) ist entstellt und unglücklich. Seit ihrer Geburt dominiert ein riesiges, schwarzes Muttermal das Gesicht des jungen Mädchens und macht es zu einer erschreckenden Erscheinung. Durch einen atomaren Unfall erkennt Mathilde eine Chance, ihrem Unglück zu entkommen. Mit einem mysteriösen Freund und einer magischen Spieluhr bewaffnet macht sie sich auf den Weg, ihr Schicksal zu rächen und das Blatt zu wenden.

Teilweise animiert begleitet „Antimathilde“ den Zuschauer in eine Welt fernab jeder Realität und abstrahiert so die Idee der Individualität. Mathilde scheint ihr einsames Leben einzig und allein ihrem Äußeren zuzuschreiben und verliert sich in Selbstmitleid. Regisseur, Drehbuchautor, Kameramann und Postproduzent Thomas Kneffel setzt diese Traurigkeit durch die düstere Gestaltung gekonnt in Szene und überzeugt mit einem gradlinigen visuellen Konzept. Eine dramatische, aber auch fantastische Betonung erhält der Kurzfilm durch die Musik, die sich an vielen Stellen dezent hervorhebt. Leider unterstützt sie nicht das inhaltliche Verständnis. Zwar wird deutlich, dass Schönheit nicht zwangsweise mit Normalität gleichzusetzen ist, jedoch bleiben einige Elemente selbst auf den zweiten Blick ungeklärt. Der Film spricht vor allem diejenigen Kinobesucher an, die sich gern in rätselhafte Fantasien verlieren und trotzdem nicht auf gesellschaftliche Kritik verzichten wollen. Denn in diesem surrealen Siebenminüter wird einem klar, dass Anderssein lediglich eine Frage der Perspektive ist und vielleicht gar nicht so unbehaglich sein muss.

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